Mit gesundem Essen gesund älter werden

Mit gesundem Essen gesund älter werden

Im Zentrum Plus in Garath konnten sich Interessierte an Ständen über Ernährung informieren. Weitere Veranstaltungen folgen.

„Gesund älter werden durch richtige Ernährung (wie) geht das?“ lautete das Motto einer Veranstaltung im „Zentrum plus“ Garath. Institutionen aus dem Stadtbezirk, wie das Otto-Ohl-Haus, das Caritas Altenzentrum und das SOS-Mehrgenerationenhaus Hell-Ga luden zum Informieren und Ausprobieren ein. Neben leckerem Fingerfood, wie Frischkäse-Rucola-Wraps und köstlichen Dips, konnten die Besucher an nicht so Alltäglichem naschen: Etwa an Hildegard-von-Bingen-Keksen mit herrlichem Weihnachtsaroma oder knusprigen Kohlchips mit gerösteten Sesamkörnern.

Man muss sagen: Viele der älteren Besucher wissen schon prima Bescheid, wie man durch gesunde Ernährung gesund ins Alter kommt. So wie Ingrid Natus, die vom leckeren Fingerfood probiert hat. „Es hat mir wunderbar geschmeckt“, schwärmt sie. Als Nachtisch kostet sie von den Energiekugeln, die an einem anderen Stand angeboten werden. „Ich habe konsequent versucht, weißen Zucker zu verbannen und habe hier gesehen, dass es tolle Alternativen gibt“ verrät sie. Bei den Energiekugeln kommt die Süße übrigens über die darin enthaltenen Datteln und Feigen. „Über das Thema gesunde Ernährung, ökologischen Anbau sowie Tierhaltung habe ich viel von meiner Tochter gelernt und versuche mich seit 15 Jahren, hier einzuklinken“, sagt die Düsseldorferin. Sie koche viel mit frischen Lebensmitteln. Mittags gäbe es oft Kartoffeln und Gemüse, auf die dicke weiße Sauce verzichtet sie. „Mein Mann isst das Gemüse auch ohne Maulen, dafür bekommt er kleine Extras“ sagt Ingrid Natus lachend. Augenzwinkernd schiebt sie nach: „Er hat Angst, mit welchen Ideen ich gleich nach Hause komme.“

Keine Angst vor gesundem Essen hat hingegen ein älterer Herr aus Benrath, der mit einer Besucherin das Thema „Tomaten im Winter“ auslotet. Sein Ernährungs-Tipp für gesundes Altwerden: An jeweils zwei Tagen Fleisch, Gemüse und Fisch und am Sonntag, worauf man Appetit hat. Er meint: „Wie ein Kaiser frühstücken — da halte ich nichts von. Ich sympathisiere mit der Ayurveda-Lehre.“ Der Benrather verzichtet auf Weizenmehl und weißen Zucker („Drei Sachen bringen uns um: Zucker, Fett und Salz“), schwört auf Vollwertiges und trinkt jeden Tag ein Glas Wasser mit Ingwer. Der Senior hat beobachtet: „Viele meiner Freunde sind eingefahren. Haben kaum probiert und schreien nach Maggi.“ Mit „Zimt ist zellerneuernd und Viagra brauchen die nicht, es geht auch mit Vanille,“ fährt er in seiner Fachsimpelei mit der Besucherin fort.

Eine ältere Dame findet „gesund kochen“ schwierig. „Mit Fleisch geht schneller, aber ich versuche, viel Gemüsiges zu kochen, aber mir fehlt es hier an frischen Einkaufsquellen“, sagt sie. Dieses Problem kennt Zdenka Bremm nicht, die auf dem heimischen Balkon und im Garten Gemüse und Obst anbaut. Sie informiert sich am Stand des Garten- und Landschaftsbauers Sascha Tenberg zum Thema „Gärtnern in Kisten“. „Es gibt vier Dinge, die man meiden und vier, die man beachten sollte“, so die Seniorin, die auf die Lehren des „Vollwertpapstes“ Dr. Bruker schwört. Ihr Tipp: Vollwerternährung, so viel Rohkost wie möglich. Verzichten sollte man auf raffinierte Fette — stattdessen kaltgepresste Öle — Säfte und Zucker. Ihre Maxime: „Lebendige Lebensmittel können nur lebendig was hergeben.“

Auch Ursula Fiedler achtet auf gesunde Ernährung: „Wenn ich Brokkoli zubereite, gare ich ihn schonend mit wenig Wasser und gebe wenig Salz, einen Esslöffel Rapsöl und frische Kräuter dazu“, verrät sie. Sie verwendet viel frische Kräuter. „Kennen Sie die Goldene Milch? Eine gute Sache“, sagt sie. Hierbei werden Bio-Kurkuma, Zimt, Pfeffer und Ingwer in heißem Wasser angerührt.

Regina Vohwinkel, hauptamtliche Akteurin im Netzwerk Garath/Hellerhof, einem der ältesten in Düsseldorfs sagt: „Zu gesunder Ernährung gibt es viele Vorurteile, wie etwa: Klingt nach Diät oder schmeckt nicht. Die Messe ist Startschuss für eine Veranstaltungsreihe im Bezirk 10 zum Thema Ernährung.“ Bis Ende Mai folgen weitere Veranstaltungen, bei denen nicht nur informiert, sondern auch gemeinsam gekocht und gegessen wird. Die Veranstaltungen sind kostenfrei, beim gemeinsamen Kochen gibt es eine Lebensmittelumlage. Infos auf

netzwerk-garath-hellerhof.de/cm/

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