Düsseldorf: Der Traummann, der nie auftaucht

Theater an der Luegallee : Der Traummann, der nie auftaucht

Bei „Dreierpack“ im Theater an der Luegallee haben die Frauen nur ein Thema.

Sie sind dicke Freundinnen seit ihrer Jugend, dreschen regelmäßig Skat und lassen, wenn’s um gutaussehende Männer geht, nichts anbrennen. Sagen sie zumindest – Doris, Agnes und Monika. Doch das aufgekratzte Trio verliert beinah die Fassung, als Doris’ Tochter – Emma – sich mit 20 in einen Mann verliebt, der ihr Vater sein könnte. 30 Jahre älter als die Göre ist dieser Mike und wohnt ausgerechnet direkt gegenüber von Doris’ Wohnung. Dass Mike mit den drei Grazien früher zur Schule ging und Doris auf ihn scharf war, gehört zu den vielen Zufällen, die auf das „Dreierpack“ einstürzen. Die gleichnamige Komödie von Katrin Wiegand, die am Ende einen ungeklärten Kriminalfall zurücklässt, wurde jetzt uraufgeführt im Theater an der Luegallee. Und bietet – im klimatisierten Kellertheater an der Burggrafenstraße mit knapp 80 Plätzen – ganz amüsante hochsommerliche Gedankenspiele, u.a. zum Thema Mutter-Tochter.

Denn das Dreier- ist von Anfang an ein Viererpack. Die flotte Emma fläzt sich auf dem Sofa, während die drei Skat-Klopperinnen am Tisch sitzen und die Karten nach allen Regeln der Skat-Kunst ausreizen. Doch was sind Karten schon im Vergleich zu Kerlen? So geht es nur um einen – um Emmas Traummann Mike, der jedoch während der 100 Theater-Minuten nicht auftritt. Im Ansatz erinnert das an „Die Frauen“ – den Kult-Streifen in Schwarz-Weiß von 1939 aus Hollywoods Traumfabrik, in dem, wie hier, nur weibliche Darstellerinnen zu sehen sind und ausschließlich über Männer reden.

Die „Dreierpack“-Dialoge von Katrin Wiegand sind manchmal süffig, dann wieder spröde. Überwiegend rheinisch-fröhlich und frech. Auch die deftigen Typen werden von Regisseurin Ingrid Wanske so überzeichnet, wie man es von zupackendem Volkstheater kennt. Die elegante, leicht betuliche Doris, die ständig frischen Kaffee kocht – daneben die schnippische Agnes, die genüsslich in alten Wunden ihrer Freundinnen bohrt. Und Monika in Dirndl – sie (Christiane Reichardt) mimt hinreißend die Unschuld vom Lande, macht auf dümmlich, hat es aber faustdick hinter den Ohren.

Die Schauspielerinnen (auch Saskia Leder, Katrin Claßen und Francesca Lehmann) meistern komische Situationen und Pointen, können aber nicht ganz die Schwäche des Stücks überspielen. Der ungeklärte Mordfall an einer Frau, mit der Mike vor 30 Jahren liiert war, lässt Töchterchen Emma nicht zur Ruhe kommen. Will aber, bis zum Finale, nicht so recht in die Komödie passen. Egal. Viel Applaus für heiter lockeres Volkstheater.

„Dreierpack“ bis 25. August, Termine und Tickets: Tel. 55 47 76.

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