Düsseldorf: Jochen Bendel stellt schwer vermittelbare Hunde vor.

Tierheim : Eine Chance für Tiere, die niemand will

Stadtmenschen I Moderator Jochen Bendel dreht im Tierheim Rath für Sat1 Gold eine Sendung für schwer vermittelbare Tiere.

In der Sat1-Gold-Serie „Haustier sucht Herz“ nimmt sich Hundeliebhaber Jochen Bendel einsamer Hunde, Katzen und anderer Haustiere an, die in Tierheimen auf ein neues Zuhause warten. Und in Rath warten derzeit 650 Hunde, Katzen, Vögel und Wildtiere darauf, dass sich für sie ein neues Zuhause findet. Gestern drehte Moderator Jochen Bendel im Tierheim an der Rüdigerstraße in Rath für die vierte Staffel der erfolgreichen Serie. Eine neue Hoffnung für Spike, Edda, Obelix und Co. Denn der 51-Jährige stellt nur schwer vermittelbare Hunde vor.

Eine davon ist die zwölfjährige Edda. Sie wurde vor Jahren auf der Straße gefunden und hat im Tierheim eine Unterkunft gefunden, in der sie von Tierpflegerin Melanie Gordon liebevoll umsorgt wird: „Sie hat starke Deformierungen und läuft daher immer schief. Sie kann auch den Kopf nicht gerade halten. Vermutlich sind diese Schiefstände durch Misshandlungen erfolgt.“

90 Prozent der vorgestellten Tiere werden auch vermittelt

Obelix ist 14 Jahre alt und leidet an Leishmaniose. Eine weltweit bei Mensch und Tier vorkommende Infektionserkrankung, die durch Sandmücken übertragen wird. Die Infektionsrate von Hunden mit Leishmaniose ist im Mittelmeerraum stellenweise sehr hoch: In Andalusien sind bis zu 42 Prozent der Hunde infiziert, auf Sizilien sogar bis zu 80 Prozent. Bricht die Krankheit aus, fühlt man sich matt und apathisch. Zudem bekommt man hohes Fieber. Obelix ist zwar infiziert, die Krankheit ist jedoch nicht ausgebrochen, deshalb hofft man im Tierheim, ihn doch noch vermitteln zu können.

Und die Chancen stehen gar nicht so schlecht. „90 Prozent aller Tiere, die ich in meiner Sendung vorstelle, werden schließlich auch vermittelt“, sagt Bendel, der seit zwei Jahren auch als Hundetrainer arbeitet. Außerdem hält er privat zwei Hunde, dazu kommen noch Pflegehunde. Dabei versucht er stets, die vorgestellten Hunde in ein gutes Licht zu rücken. „Ich schaue mit die Tiere vorher genau an, um herauszufinden, woran es denn liegen könnte, dass niemand sie haben möchte. Dann versuche ich an den Stellschrauben zudrehen.“

Seine TV-Karriere hat Bendel mit der Sendung „Ruck Zuck“ gestartet. 13 Jahre war er das Gesicht der Kult-Show, die knapp 3000 Mal über die Bildschirme flimmerte und damit nach dem Glücksrad die  zweithäufigst gesendete Spielshow in Deutschland war, die täglich ausgestrahlt wurde. Außerdem moderierte er Promi Big Brother und eine Late Night Show. Jetzt hat Bendel sogar noch ein ein Buch geschrieben, einen Ratgeber für Menschen mit Hunden, das er im Herbst auf der Buchmesse vorstellen wird.

Timo Franzen, der das Tierheim in Rath leitet, freut sich natürlich über die Sendung. „Wir haben die Chance, etwas bekannter zu werden und vielleicht auch andere Tiere zu vermitteln. Zudem bekommen wir dann wieder ein bisschen Platz. Und für die kranken, alten und schwer vermittelbaren Hunde ist es eine große Chance.“ Doch wie kommt man eigentlich an einen Hund aus dem Tierheim und welche Voraussetzungen muss man mitbringen. „Man sollte Zeit mitbringen, um das gewünschte Tier richtig kennen zu lernen.“ Ein großer Hund sollte natürlich nicht in eine zu kleine Wohnung. Am Anfang sollte man mit dem Hund erst einmal Gassi gehen. Die Kosten für einen Hund belaufen sich zwischen 150 und 250 Euro. „Dafür sind die Hunde auf geimpft, kastriert und gechipt. Bekannte Krankheiten werden dem Besitzer natürlich mitgeteilt“, erklärt Franzen.

Fast zwei Millionen Euro benötigt das Tierheim jährlich, um über die Runden zu kommen. „Für Fund- und Sicherstellungstiere übernimmt die Stadt die Kosten. Der Rest wird durch Spenden finanziert“, sagt Franzen. Auch exotische Tiere landen hier. Im Vorjahr kam wurde ein Serval-Katze, ein afrikanisches Wildtier, von der Polizei gebracht, die nun in einem Zoo lebt.

Die neue Staffel überträgt Sat1 Gold ab dem 13. Juni jeweils donnerstags um 20.15 Uhr.

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