Meinung: Impfen ist wichtig für die „Herdenimmunität“

Meinung: Impfen ist wichtig für die „Herdenimmunität“

Beim Thema Impfen, das die Landesregierung mit einer Aufklärungskampagne angeht, spielt ein wissenschaftlicher Begriff eine wichtige Rolle: „Herdenimmunität“: der Effekt, dass die durch Impfung erzeugte oder durch Infektion erworbene Immunität gegen einen Krankheitserreger innerhalb einer Population so verbreitet ist, dass in dieser „Herde“ auch nicht-immune Individuen geschützt sind.

Dieser Effekt ist für die Impfverweigerer von Vorteil. Weil die anderen sich schützen, können sie eine Impfung ablehnen, profitieren jedoch vom Schutz der „Herde“. Nun gibt es aber auch Menschen, die nicht geimpft werden können: chronisch Kranke oder Säuglinge. Die Impfverweigerer steigern nicht nur ihr eigenes Risiko, eine Infektion zu bekommen. Sondern indirekt auch das Risiko für die nicht Impffähigen.

Mit einer Aufklärungskampagne lassen sich all jene erreichen, die sich aus Nachlässigkeit oder Uninformiertheit nicht schützen. Die nicht vorbeugen gegen Krankheiten, die durchaus schwere Verläufe nehmen oder auch zum Tod führen können. Bei den bewussten Impfverweigerern ist die Sache schwieriger. Da schicken sogar Eltern ihre Kinder zu „Masernpartys“, damit sie sich die Infektion einfangen und sich auf diese brutale Art immunisieren. Vor solch verantwortungslosem Handeln zu warnen, muss Aufgabe der Aufklärungskampagne sein. Auch wenn die Argumente nicht alle erreichen werden, muss es die Politik unermüdlich weiter versuchen.

Oder hilft am Ende nur ein Impfzwang für verbohrte Impfverweigerer? Schließlich tragen diese auch deshalb die Nase so hoch, weil die Krankheiten nicht mehr wie einst ihren tödlichen Schrecken verbreiten — und zwar gerade wegen der Impfungen. Doch ein Impfzwang ist heikel. Schließlich geht es um die körperliche Unversehrtheit, in die der Staat angesichts der seltenen Nebenwirkungen von Impfungen nicht so einfach zwangsweise eingreifen darf.

Wie wäre es mit anderer Art von Druck? Der Verband der Kinder- und Jugendärzte hat gefordert, dass jedes impffähige Kind vor Eintritt in eine Kita den Nachweis erbringen muss, dass es entsprechend den Vorgaben der Ständigen Impfkommission geimpft ist. Ohne Impfung kein Zugang zur Kita oder einer anderen Bildungseinrichtung. Das sei ein Gebot der Solidarität. Kinder, die wegen bestimmter Erkrankungen nicht geimpft werden können, hätten ein Recht auf den gefahrlosen Besuch von Kitas und Schulen.