Politik: Nach der WM ist vor der Präsidentschaftswahl

Politik: Nach der WM ist vor der Präsidentschaftswahl

Rio de Janeiro (dpa) - Brasilien ist eine präsidiale Demokratie, das heißt der Präsident ist Staatsoberhaupt und Regierungschef zugleich. Die Gesetzgebung obliegt dem Unterhaus (Abgeordnetenhaus) und dem Oberhaus (Senat).

Seit 2003 stellt die „Partido dos Trabalhadores“ (PT), die Arbeiterpartei, den Präsidenten. Luiz Inácio Lula da Silva hatte das Amt von 2003 bis 2010 inne, als die WM-Bewerbung entscheidend vorangetrieben wurde. Nachfolgerin ist Dilma Rousseff, die am 5. Oktober - rund drei Monate nach dem WM-Finale - erneut zu Präsidentschaftswahl antritt.

Von 1964 bis 1985 herrschte in Brasilien eine Militärdiktatur, die Regimegegner brutal verfolgte, folterte und tötete. Heute lässt sich kein klares Links-Rechts-Schema auf Brasilien anwenden. Die Regierungskoalition umfasst ein knappes Dutzend kleine und große Parteien unterschiedlicher Richtungen. Die Bündnispartner ziehen bei politischen Entscheidungen bei weitem nicht immer an einem Strang.

Brasilien ist eine föderative Republik mit 26 Bundesstaaten und einem Bundesdistrikt. Der Wahlspruch auf der Nationalflagge lautet „Ordem e Progresso“: „Ordnung und Fortschritt“. Das Land strebt - wie Deutschland auch - einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat an.

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