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Borussia Mönchengladbach: Darmstadt - Gladbach in der Analyse

Borussia Mönchengladbach : Darmstadt - Gladbach in der Analyse

Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach bleibt auch nach der Winterpause eine der schlechtesten Auswärtsmannschaften in der Fußball-Bundesliga. Die Elf vom neuen Trainer Dieter Hecking kommt zum Abschluss der Hinrunde am 17. Spieltag beim Tabellenletzten Darmstadt 98 nicht über ein torloses Remis hinaus.

Für die Fohlen erst der zweite Punktegewinn in dieser Spielzeit auf fremden Geläuf. Gladbach blickt als Tabellen-Vierzehnter einer komplizierten Rückrunde entgegen. Für Hecking und Co gilt es, so schnell wie möglich die Regionen des Abstiegskampfes zu verlassen.

Der Moment des Spiels: In der 80. Spielminute ist es soweit: Ba-Muaka Simakala betritt erstmals in einem Pflichtspiel als Profi die große Bühne Bundesliga. Der 19-jährige Stürmer kommt für Borussias Offensiv-Routinier Raffael ins Spiel. Der Lohn für Simakalas gute Auftritte in den jüngsten Trainingswochen unter dem neuen Fohlen-Trainer Dieter Hecking.

Der Spieler des Spiels: Darmstadts Schlussmann Michael Esser hat mit seinen Paraden dafür gesorgt, dass die Lilien nach einer Niederlagenserie wieder einmal haben punkten können. Gelungener Einstand für den neuen Trainer Torsten Frings. Der lobt den Lilien-Torhüter, weil der mit seinen Reaktionen gegen Hofmann und Raffael die Heim-Niederlage des Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga verhindert.

Der Aufreger des Spiels: Es läuft die 55. Spielminute, als die Borussen einen Handelfmeter fordern. Was ist geschehen? Hofmann zieht ab, Darmstadts Milosevic blockt den Schuss im eigenen Strafraum mit der Hand ab und verhindert so eine glasklare Torchance. Schiedsrichter Marco Fritz entscheidet auf weiterspielen, hat offenbar keine Regelwidrigkeit gesehen. Markus Merk, Schiedsrichter-Experte beim Pay-TV-Sender Sky, offenbar schon. Der sagt: „Wenn er da auf Elfmeter entscheidet, darf sich niemand beschweren.“

Chronik des Spiels: Die Hecking-Elf starten zunächst gut in die Partie am Böllenfalltor. So läuft Hofmann zu Beginn der Lilien-Defensive davon, zieht ab, aber Keeper Esser pariert dessen Schuss ins kurze Eck. Nächster Anlauf Gladbach: Erneut wuselt sich Hofmann durch, legt den Ball perfekt auf Raffael ab — doch der vergibt die große Gelegenheit zur Führung. Seinen Schuss aus kurzer Distanz pariert Esser stark. Im Anschluss dann erleben die Fans aus beiden Lagern einen ersten Durchgang mit ganz wenigen Höhepunkten und zahlreichen Fehlern im Aufbauspiel. Das sieht in der zweiten Halbzeit zunächst nicht anders aus. Bis Borussias Hofmann am Strafraum den Ball bekommt, einen Haken schlägt, dann abzieht und Darmstadts Milosevic den Ball klar mit der Hand abblockt. Die Fohlen protestieren, der Unparteiische entscheidet jedoch auf weiterspielen. Nächster Aufreger wenige Minuten später: Borussias Hazard ist frei, zieht ab, doch dessen Schuss ins kurze Eck klatscht nur an den Pfosten.

Und Darmstadt? Hat im gesamten Spiel nur eine richtige Chance, die hat es jedoch in sich. Lilien-Kapitän Sulu kommt nach einer Ecke frei zu Kopfball, doch Keeper Sommer ist wach und hält zumindest den zweiten Auswärtspunkt in dieser Spielzeit fest.

Stimmen zum Spiel Dieter Hecking (Trainer Borussia Mönchengladbach): „Dieser Punkt ist aus meiner Sicht zu wenig gewesen. Wir hätten mehr verdient gehabt. Wir haben in der Defensive ein sehr ordentliches Spiel gemacht und kaum etwas zugelassen. Selber hatten wir hingegen drei, vier sehr gute Torchancen. Dies ist ein erster Schritt in die richtige Richtung — nicht mehr aber auch nicht weniger. Jonas Hofmann hat es heute sehr gut gemacht. Insbesondere in der Anfangsphase hat er gut gespielt, war sehr bemüht und hat gute Laufwege gehabt. Es ist immer schön, wenn Jungs aus unserem eigenen Nachwuchs ihr Debüt bei den Profis geben. Ba-Muaka Simakala hat eine sehr gute Vorbereitung gemacht. In den zehn Minuten, die er gespielt hat, hat er schon gezeigt, was seine Stärken sind. Bei den beiden Torchancen von Thorgan Hazard war er der Initiator. Es war ein schönes Zeichen.“

Torsten Frings (Trainer Darmstadt 98): „Wir haben fünf bis acht Minuten gebraucht, um uns auf das Spiel einzustellen. Nach der überragenden Parade von Michael Esser gegen Raffael sind wir besser ins Spiel gekommen. Wir hatten ein paar Mal Glück am Anfang und einmal in der zweiten Hälfte, Gladbach am Ende. Ich bin hochzufrieden mit dem Punkt. Meine Mannschaft hat ein Erfolgserlebnis gebraucht, und das ist ein Punkt gegen Mönchengladbach. Dass wir weniger Ballbesitz haben und auch in der einen oder anderen Phase das Glück brauchen werden, war mir vorher klar. Wir können mit dem Punkt sehr gut leben. Die Mannschaft glaubt wieder daran, auch gegen solche Teams wie Gladbach punkten zu können.“