Borussia Mönchengladbach: Jetzt wartet auf Borussia Mönchengladbach ein Herzschlagfinale

Borussia Mönchengladbach: Jetzt wartet auf Borussia Mönchengladbach ein Herzschlagfinale

Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach hat sich am vorletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga die Mini-Chance auf das Erreichen des internationalen Geschäftes erhalten. Die Elf von Trainer Dieter Hecking setzte sich im Heimduell gegen den SC Freiburg souverän mit 3:1 (1:0) durch.

Hazard, Elvedi und Drmic trafen für den VfL, die abstiegsbedrohten Gäste aus dem Breisgau konnten lediglich den Treffer von Kleindienst bejubeln. Während Freiburg am letzten Spieltag gegen Augsburg nun einen Punkt benötigt, um aus eigener Kraft den Ligaverbleib definitiv zu sichern, müssen bei Gladbach gleich mehrere Faktoren zusammengekommen.

Zum einen muss Borussia Samstag beim Vorletzten Hamburger SV möglichst hoch gewinnen, zudem sollten die Konkurrenten Stuttgart (in München), Frankfurt (auf Schalke) und Leipzig (in Berlin) allesamt verlieren. Es dürfte für Borussia im Herzschlagfinale wohl letztendlich noch um Platz sieben gehen. Diese Platzierung würde, vorausgesetzt, Meister FC Bayern München könnte das Pokalfinale gegen Frankfurt für sich entscheiden, eine Teilnahme an den Qualifikationsrunden zur Europa League bedeuten.

Es läuft die 64\. Spielminute, als Gladbach-Stürmer Josip Drmic ein beachtliches Kunststück gelingt. Der Schweizer, der zuvor fast zwei Jahre lang wegen einer schweren Knieverletzung um seine Karriere zittern musste, schraubt sich im Luftkampf mit der Freiburger Defensive am höchsten, um eine Flanke von Jantschke perfekt mit der Stirn zu erwischen und so das Spielgerät schließlich gekonnt im gegnerischen Gehäuse unterzubringen. Das 3:1 für Borussia, die Entscheidung zu Gunsten der Elf vom Niederrhein gegen einen durchaus keck aufspielenden Gegner aus dem Breisgau. Drmic‘

Trainer Dieter Hecking sagt später: „Diesen Ball musst du erst einmal so versenken, Kompliment an Josip.“ Josip selber sagt: „Ich hoffe, dass ich mich, auch mit Blick auf die nahende WM, für einen weiteren Einsatz in Hamburg habe empfehlen können. Der Schweizer Nationaltrainer will Spieler, die regelmäßig spielen. Mir fehlt noch etwas die Spielpraxis. Umso schöner, dass ich nun habe treffen und zeigen können, was ich draufhabe. Ich habe gelernt, immer an eine Chance zu glauben, solange diese da ist. Deshalb — warum sollen wir in Hamburg nicht noch das internationale Geschäft klarmachen? Wir werden alle am letzten Spieltag dafür kämpfen und dann schauen, was am Ende dabei rauskommt.“

Sie hatten nicht viele Chancen im Borussia-Park, die Gäste aus Freiburg.Allerdings — die, die sie hatten, waren brandgefährlich. Und es ist Borussias Schlussmann Yann Sommer im Liga-Finish hoch anzurechnen, dass er diese, bis auf eine Ausnahme, mit großer Klasse hat entschärfen können. Sommer pariert hervorragend gegen Petersen (2x) und Kempf. Die Leistung des Schlussmannes ist am Ende die Basis für den souveränen Erfolg Borussias gegen den SC Freiburg. Sein Gegenüber, Alexander Schwolow, zeichnet sich ebenfalls aus. Er und die Torlatte verhindern, dass Gladbach nicht mit sieben oder acht Toren am Ende sogar ein Schützenfest bejubelt.

Borussias Not-Elf (ohne neun) startet vor ausverkaufter Kulisse zunächst mit Sand im Getriebe. Die erste dicke Chance haben die Gäste, Petersen kommt nach einer Günter-Flanke zum Kopfball, perfekte Flugbahn des Spielgerätes, doch Gladbach-Schlussmann Sommer klärt per Hechtsprung prächtig. Weckruf für die Fohlen, die zum Gegenschlag ansetzen. Strobls Pass in die Tiefe landet exakt im Laufweg des enteilten Hazard, der legt per Kopf die Kugel an Torwart Schwolow vorbei, Schuss, drin, 1:0 für den VfL. Die Gastgeber drücken weiter, Wendt bringt den Ball scharf herein — doch Kempf klärt in höchster Not. Das ist knapp gewesen. Freiburg weiter unter Druck. Raffael auf Hazard, der wird auf dem Weg zum Doppelpack jedoch noch im letzten Augenblick abgeblockt. Freiburg wankt kurz vor der Pause kräftig.

Ecke Borussia, Nationalverteidiger Ginter kommt zum Kopfball, dann ertönt ein sattes Klatschen — die Tor-Latte verhindert für den bereits geschlagenen Schwolow das 2:0\. Dusel für Freiburg. In Durchgang zwei gleiches Bild: Borussia drückt, Freiburg lauert. SC-Trainer Streich: „Wenn du gegen eine so spielstarke Mannschaft wie Gladbach auch noch Standardtore bekommst, dann wird es ganz schwer.“ Gemeint ist das 2:0 durch Elvedi gewesen, der nach einer Ecke (Hofmann) per Kopf trifft, kurz darauf bei Freiburgs 1:2 (Kleindienst) allerdings nicht wirklich gut verteidigt. Im Anschluss gibt Borussia wieder Gas. Drmic trifft zum 3:1, im Anschluss ist erneut ein sattes Klatschen im Borussia-Park zu hören, weil Raffael einen Freistoß ans Aluminium zirkelt. Gladbach lässt noch weitere dicke Dinger (Hazard, Hofmann, Cuisance) liegen, auf der anderen ist Sommer bei Freiburgs Chancen hellwach (Petersen, Kempf). Schließlich pfeift der Unparteiische Manuel Gräfe ab.

Dieter Hecking (Borussia Mönchengladbach): „In der ersten Viertelstunde hat noch nicht alles gegriffen. Wir hatten erwartet, dass Freiburg alles versuchen wird, den Punkt oder den Sieg zu holen. Im Spielaufbau haben wir zunächst etwas zu langsam gespielt. Das ist aber normal, wenn man mit einer komplett neuen Innenverteidigung spielt. Die erste große Chance hatte dann Freiburg. Yann Sommer hält in dieser Situation aber überragend. Auch danach hat er noch zwei-, dreimal richtig gut gehalten.

Nach einem super Pass von Tobi Strobl haben wir dann aber ein sehr schönes Tor gemacht. Ärgerlich ist, dass wir nach dem 2:0 im Gegenzug direkt den Gegentreffer kassieren. Die Mannschaft hat aber immer wieder eine Antwort gefunden. Freiburgs Torhüter Schwolow hat uns noch das eine oder andere Tor versaut. Trotz der personellen Probleme war es eine klasse Mannschaftleistung mit viel Spielfreude. Ich bin froh, dass uns das letzte Heimspiel so gut gelungen ist. Jetzt haben wir noch ein Spiel in Hamburg. Das müssen wir gewinnen, um die kleine Chance auf den siebten Platz noch zu wahren.“

Christian Streich (SC Freiburg): „In so einem Spiel muss man in Führung gehen, damit Mönchengladbach kommen muss und wir dadurch Räume bekommen. Aber so sind wir nur hinterhergelaufen. Wir haben dann auch noch ein Standardtor kassiert, das darf nicht passieren. Aber die Qualität von Borussia war auch einfach ein bisschen zu stark, obwohl wir alles gegeben haben, auf 2:1 herangekommen sind und auch Möglichkeiten hatten. Am Ende war es ein verdienter Sieg für Mönchengladbach.“

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