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Krefeld Pinguine: Eisbären heiß auf Titel Nr. 8

Krefeld Pinguine : Eisbären heiß auf Titel Nr. 8

Der langjährige Serienmeister aus Berlin ist wieder zurück an der Spitze im deutschen Eishockey. Die Mannschaft von Uwe Krupp gehört mit München und Nürnberg zum Spitzentrio der DEL und damit zu den heißesten Titelkandidaten. Ein Grund für den nachhaltigen Aufschwung des siebenfachen Meisters ist die neue Paradereihe mit Sean Backman, James Sheppard und Nick Petersen. Diese hat schon 38 Treffer erzielt und ist die torhungrigste der Liga.

Die Eisbären Berlin sind Rekordmeister in der Geschichte der DEL. Kein Klub hat in der 1994 gegründeten Liga häufiger den Meisterpokal in Empfang genommen als das Team aus der Bundeshauptstadt: schon sieben Mal - 2005, 2006, 2008, 2009, 2011 2012 und 2013 - war in puncto Titelvergabe kein Vorbeikommen an den Helden von der Spree.

Doch in den vergangenen vier Spielzeiten stotterte der Erfolgsmotor der Berliner. Es lief nicht mehr rund, der Angst und Schrecken, den der Serienmeister über viele Jahren verbreitet hatte, war verflogen. Zwar zeigte die Mannschaft von Startrainer Uwe Krupp in den letzten Playoffs im vergangenen Frühjahr nach verkorkster Hauptrunde (Platz acht) wieder ein deutlich verbessertes Gesicht. Die Meisterschaft machten aber wieder andere Kandidaten unter sich aus.

So zog das Management des Klubs, der sich im Besitz der amerikanischen Anschutz Entertainment Group befindet, die Zügel merklich an und nahm die Eisbären an eine engere Leine. Offensichtlich mit Erfolg, denn die Eisbären sind in der laufenden Runde wieder ein ganz heißer Titelkandidat. Ein Grund für den Aufschwung ist die neue „Monsterreihe“ des DEL-Zuschauerkrösus, der im Schnitt 10.871 Fans zu seinen Heimspielen begrüßen kann. Die neue Paradereihe, der neben US-Boy Sean Backman (31) die beiden Ahornblätter James Sheppard (29) und Nick Petersen (28) angehören, hat bisher 38 Treffer und 87 Scorerpunkte auf sich vereint.

Besonders im November waren die drei Nordamerikaner nicht zu stoppen. So wunderte es nicht, dass einer der Drei, Nick Petersen, im November zum Spieler des Monats in der DEL gewählt wurde. Bei der Wahl, die die DEL zusammen mit dem Fachmagazin Eishockey News und Thomas Sabo durchführt, hatte sich Wiederholungstäter Petersen (auch im September 2016 war er zum Spieler des Monats in der DEL gekürt worden) vor Gerrit Fauser (Wolfsburg) und Pinguin Marcel Müller durchgesetzt.

Der 28-Jährige aus Wakefield, Quebec, konnte sich mit überragenden Werten die Auszeichnung sichern. Im November erzielte Petersen 13 Scorerpunkte (sechs Treffer, sieben Vorlagen) bei einer Plus-/Minus-Bilanz von +9 und hatte in nur einem Ligaspiel nicht gepunktet.

Was die Eisbären über ihre Paradereihe hinaus auszeichnet, ist die große mannschaftliche Geschlossenheit und breite Qualität im Kader. Schon sechs Spieler haben 20 oder mehr Scorerpunkte auf dem Konto. So haben auch Marcel Noebels, Mark Olver (jüngerer Bruder des Ingolstädter Darin Olver) und Torjäger Jamie MacQueen bereits die 20-Punkte-Marke geknackt. Es reicht also nicht, die Paradereihe der Berliner in Schach zu halten.

Zudem ist die Abwehr eine der besten der Liga. Vor Petri Vehanen, dem überragenden 40-jährigen Oldie im Tor, stehen mit Micki Dupont, Frank Hördler, Danny Richmond Blake Parlett und Jens Baxmann jede Menge Erfahrung und Klasse auf dem Eis. Und vorne brennen neben Backman, Sheppard und Petersen zahlreiche weitere Akteure regelmäßig ein Feuerwerk ab.

Dennoch besteht für die Pinguine, die die Eisbären schon einmal beim 3:2 nach Penaltyschießen am 15. Oktober bezwingen konnten, eine berechtigte Hoffnung auf ein spannendes und siegreiches Spiel. Neben dem Heimerfolg konnten die Pinguine auch bei ihren Auswärtsauftritten in Berlin die Partien lange ausgeglichen gestalten und verloren zweimal nur denkbar knapp mit 3:4 und 1:3. Die Entscheidung fiel dabei jeweils erst im Schlussabschnitt kurz vor dem Ende.