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Zehntausende bei „Rock am Ring“ und „Rock im Park“

Zehntausende bei „Rock am Ring“ und „Rock im Park“

Nürnberg/Nürburg (dpa) - Zehntausende haben am Wochenende bei den Zwillingsfestivals „Rock am Ring“ in Nürburg und „Rock im Park“ in Nürnberg eine große Party gefeiert. Allein am Nürburgring jubelten nach Veranstalterangaben rund 84 000 Menschen den Bands zu - darunter die britische Band Coldplay, die Beatsteaks aus Berlin oder Korn aus den USA.

Der Höhepunkt bei „Rock im Park“ in Nürnberg war das Konzert der Metal-Band System of a Down am Samstagabend. Mit Erfolgssongs wie „Chop Suey“ brachten sie die Menge zum Kochen wie sonst kaum eine Band auf dem dreitägigen Festival. Bei hochsommerlichen Temperaturen waren die Helfer insgesamt mehr als 10 000 Mal im Einsatz.

Am Freitagabend gab es mit Coldplay um Frontmann Chris Martin etwas ruhigere Klänge und Kuschelstimmung auf dem Nürnberger Zeppelinfeld. Zu den Klängen von „The Scientist“ oder „Clocks“ wurden große bunte Ballons in die Menge geworfen.

Zum Festivalbeginn hatten Mando Diao am Nürburgring die Eifel gerockt. Sänger Björn Dixgard versprach nicht zu viel, als er vor „Down in the Past“ den Ringrockern zurief: „Lasst uns ein paar Mauern einreißen.“ Mit einer Endlosversion von „Dance with Somebody“ als Zugabe sicherten sich die Schweden frenetischen Jubel.

Bei „Rock am Ring“ setzte am Samstagabend pünktlich zum Haupt-Act Coldplay allerdings der Regen ein, der zwar eine willkommene Abkühlung brachte, die Zeltplätze aber auch komplett unter Wasser setzte. Am Sonntag begann es auch in Nürnberg zu regnen.

Bei aller Partystimmung hatte vielen Rockfans am Wochenende Sonne und Hitze zu schaffen gemacht. Bei bis zu 28 Grad schwitzten die Fans in Nürnberg. Mehr als 10 000 Mal waren Helfer bei den beiden Festivals im Einsatz. Oftmals handelte es sich um Hitzschläge oder Sonnenbrände, wie ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes in Nürnberg mitteilte. Mehrere hundert Menschen kamen ins Krankenhaus.

Während am Nürburgring nach Veranstalterangaben mehr als 84 000 Musikfreunde rockten, waren es in Nürnberg deutlich weniger. 55 200 verkaufte Karten zählten die Veranstalter am Freitagabend.

Dabei blieb es an beiden Festivalorten nach Polizeiangaben sehr ruhig. „Unser größtes Problem ist derzeit das Wetter“, sagte ein Polizeisprecher am Nürburgring nach dem Platzregen in der Nacht zu Sonntag. Ansonsten habe es kleinere Diebstähle aus Zelten gegeben und zehn Körperverletzungen. „Wir hatten ein durchweg friedliches Festival“, resümierte die Polizei auch in Nürnberg.

Das Festival „Rock am Ring“ wurde allerdings von einem tragischen Unfall überschattet: Ein 21-jähriger Festivalbesucher aus Hessen war am Freitag auf dem Weg zu dem Musikspektakel von einem Auto angefahren worden und kam ums Leben.