1. Panorama

Feuer im Naturschutzgebiet an der deutsch-niederländischen Grenze noch nicht gelöscht

Feuer im Naturschutzgebiet an der deutsch-niederländischen Grenze noch nicht gelöscht

Noch immer ist das Feuer im Naturschutzgebiet Amtsvenn nicht gelöscht. Das unwegsame Gelände macht der Feuerwehr das Leben schwer. Insgesamt ist eine Fläche von fast 200 Fußballfeldern verwüstet.

Gronau (dpa) - In dem unwegsamen Naturschutzgebiet Amtsvenn an der deutsch-niederländischen Grenze kämpfen Hunderte Feuerwehrleute weiterhin gegen einen Flächenbrand. „Wir haben die Lage soweit unter Kontrolle“, sagte der Sprecher der Feuerwehr Gronau, Martin Bültmann, am Samstag. Dennoch würden die Einsatzkräfte noch mindestens bis Sonntagabend brauchen, um die Glutnester zu löschen. Die Feuerwehrleute hätten in dem schlecht zugänglichen Gelände große Probleme, ausreichend Wasser an die Brandnester zu bringen, erläuterte der Sprecher.

Außerdem erschwerte zunächst eine starke Rauchentwicklung die Löscharbeiten. Die Glut habe sich am einigen Stellen in den Boden gefressen. Verletzte gebe es nicht. Auf deutscher Seite waren am Samstag 370 Löschkräfte im Einsatz. Das Feuer in dem unbewohnten Moorgebiet in der Nähe von Gronau war am Freitag ausgebrochen. Eine Brandstiftung sei nicht ausgeschlossen, sagte der Feuerwehrsprecher.

Nach neuesten Schätzungen haben die Flammen insgesamt 130 Hektar verwüstet, das entspricht der Fläche von fast 200 Fußballfeldern. Etwas mehr als die Hälfte des Brandherdes lag auf niederländischer Seite. Das Amtsvenn ist eines der größten Hochmoorgebiete in Nordrhein-Westfalen und dient als Rückzugsort für viele seltene Pflanzen und Tiere. Unter anderem leben dort Moorfrösche, Waldeidechsen und Feldlerchen. Feuerwehrleute wurden aus dem gesamten Regierungsbezirk Münster zusammengezogen.

Landwirte brachten mit ihren Güllewagen Wasser in das Brandgebiet. Im nahen gelegenen Gronau-Epe befindet sich einer der größten unterirdischen Erdgasspeicher Europas. Die Anlage sei jedoch nicht in Gefahr, betonte Feuerwehr-Sprecher Martin Bültmann. Innerhalb weniger Wochen mussten Feuerwehrleute in NRW damit zum zweiten Mal einen Großbrand in einem Naturschutzgebiet bekämpfen. Ende April hatte eine Feuerwalze im Hohen Venn an der deutsch-belgischen Grenze 1000 Hektar Gras- und Heidelandschaft verwüstet.