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Wuppertaler Schulmuseum hat neue Leiterin und hofft auf mehr Platz

Zukunft gesichert : Schulmuseum hofft auf mehr Platz

Historikerin Melody Stach engagiert sich nun auch für die schulhistorische Sammlung.

Hölzerne Tische und Bänke aus einer anderen Zeit, Tafeln und Vitrinen, die staunen lassen. Unzählige zusammengerollte Leinwände mit Landkarten lagern im Schulmuseum an der Rottscheidter Straße – tausende Dokumente, Chroniken, Schulbücher – und ein echtes Skelett. „Oh, Karies“, diagnostiziert Melody Stach nach einem fachmännischen Blick ins Gebiss des Knochenmanns. „Interessant wäre, wie alt er genau ist und woher er ursprünglich stammt“, sagt die junge Historikerin, die sich als neue Leiterin der Sammlung gemeinsam mit Klaus Jankowski um den riesigen Schatz aus Schulinventar und Unterrichtsmaterialien kümmert, den der frühere Schulrat Rolf Platte im Laufe vieler Jahrzehnte mit Herzblut, Engagement und Liebe zum Detail zusammengetragen hat.

Ein großes Klassenzimmer hat die Förderschule zurückerhalten

Mehrere Räume füllt dieser Schatz im Gebäude der heutigen Ulle-Hees-Schule - und das wurde zuletzt zum Problem, denn die Förderschule erhielt für den Unterricht ein großes Klassenzimmer zurück, das dem Schulmuseum nun zum Unmut der Ehrenamtler fehlt. „Wir sind natürlich einsichtig, dass die Räume von der Ulle-Hees-Schule gebraucht werden“, sagt Jankowski, kritisiert aber die seiner Ansicht nach „mangelhafte Kommunikation“ dazu, in die man nicht eingebunden worden sei. Rolf Platte zog sich aus dem Schulmuseum zurück, die Führungen für Erwachsene sind momentan eingestellt.

Doch das bedeute keineswegs des Ende der Einrichtung, stellt Jankowski klar, der gerade dabei ist, sich noch intensiver in den reichhaltigen Fundus einzuarbeiten.

Unterstützung hat er nun in Melody Stach, 28, die unter anderem Archäologie und Geschichte studiert hat und macht aktuell in Bonn den Master in Archäologie. Sie ist fasziniert von der Schulhistorischen Sammlung, „in der sich einige Schätze befinden die es wert sind, endlich wiederentdeckt und bearbeitet zu werden“. Jankowski und Stach hoffen darauf, dass es in den nächsten zwei bis drei Jahren einen anderen, größeren Standort für das Museum geben könnte, der idealerweise problemlos mit dem ÖPNV erreichbar wäre. Die Stadt hatte das frühe Grundschulgebäude Elfenhang vorgeschlagen, bestätigt Daniel Pytlik, bei der Verwaltung zuständig für Schulorganisation. Doch das befanden die Museumbetreuer als unter anderem zu schlecht erreichbar.

Die Suche nach einer Alternative geht also weiter, und das scheint angesichts der überfüllten Räume auch erforderlich zu sein.

Ungeachtet der Raumsituation werde die Arbeit aber fortgesetzt, sagt Jankowski: „Das Angebot für Grundschulklassen geht weiter.“ Und Melody Stach kündigt an: „Anfang nächsten Jahres sollen auch wieder Aktionen und Besuche für Erwachsene und Familien möglich sein.“