Wuppertaler Kinder zeigen ihren Blick auf Oberbarmen

Dokumentation : Kinder zeigen ihren Blick auf Oberbarmen

Aus einem Projekt des CVJM ist ein Kurzfilm mit verschiedenen Eindrücken entstanden.

Ein Jahr war Julian Gründemann mit den Grundschülern Abdulazeez, Kiara, Rojin und Ashley unterwegs. Ein Jahr filmten sie mit der Kamera Orte in Oberbarmen, an denen sie sich besonders gerne aufhalten. „Aber auch die Dinge, die ihnen an ihrem Stadtteil nicht so gut gefallen“, betont Gründemann, der beim CVJM Oberbarmen ehrenamtlicher Mitarbeiter ist.

Jetzt zeigten die Jugendlichen die Ergebnisse in einer 18-minütigen Dokumentation vor Eltern und Verwandten im CVJM. Das Projekt, das unter dem Namen „Blickwinkel – Kinder filmen ihren Lebensraum“ lief, war die Idee von Vivienne Pätzold, zuständig für Kinder- und Jugendarbeit im CVJM. Sie hatte das Konzept erstellt und anschließend Fördermittel beantragt. Denn das Film-Projekt war Teil der bundesweiten „Ich kann was!“-Initiative der Telekom-Stiftung. Damit werden Projekte und Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit wie das CVJM unterstützt. Ziel ist es, insbesondere jungen Menschen aus einem benachteiligten Umfeld Kompetenzen zu vermitteln, die es ihnen ermöglichen, selbstbestimmt und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und die eigene Zukunft erfolgreich zu gestalten.

Jedes Jahr wählt eine unabhängige Jury neue Projekte aus. Diesmal zum Beispiel das Film-Projekt des CVJM. „Wir haben die gesamte Ausrüstung, also etwa Kameras und Stative, gestellt bekommen“, erklärt Julian Gründemann.

Während der Dreharbeiten im Stadtteil war Gründemann mit den Kindern an vielen Orten Oberbarmens. So besuchten sie den Nordpark, den Berliner Platz oder auch diverse Spielplätze, die jetzt im Film zu sehen waren. Der neunjährigen Ashley gefielen zwar die Enten und Reiher, die am Ufer der Wupper leben. „Aber leider ist überall so viel Müll“, beklagt sie sich.

Besonders gut gefiel den Kindern auch der Besuch bei der Oberbarmer Bezirksbürgermeisterin Christel Simon, mit der sie für den Film ein Interview führten. Auch sie berichtete von ihren positiven wie negativen Erfahrungen im Bezirk, stellte aber eins klar: „Was viele Menschen über Oberbarmen sagen, gefällt mir nicht. Es gibt nicht nur Schlechtes.“ Als Positivbeispiel fügt sie die vielen Projekte im Stadtteil und das Engagement der Vereine an.

Ein Punkt, den die Kinder nachvollziehen konnten. Allerdings stellten sie in ihrem Beitrag auch die Kriminalität im Stadtteil heraus. Als Beweis listeten sie Medienberichte über Straftaten auf.

Für Julian Gründemann war das Projekt ein voller Erfolg. Er hofft, dass es in Zukunft eine Fortsetzung geben kann. Er ist sich sicher, dass dann auch wieder Kinder mit an Bord wären. „Sie waren so motiviert, haben sogar beim Schneiden mitgeholfen“, lobt er die vier Drittklässler, die zudem auch den Kommentar des Films gesprochen haben. Am Ende erhielten sie noch eine Belohnung für ihre Arbeit: Eine CD mit dem fertigen Video und eine Urkunde.