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Wuppertaler Kinder verschönern ihren Stadtteil mit Blumenbeeten

Kreativprojekt : Kinder verschönern das Quartier

15 kleine Gärtner haben aus alten Gummistiefeln bunte Beete für ihre Nachbarn gemacht.

Es muss nicht immer die Mülltonne sein. Viele Dinge des täglichen Gebrauchs, die ihren Zenit eigentlich bereits überschritten haben, können in alternativer Funktion einen zweiten Frühling erleben. Statt sie einfach in den Abfall zu werfen, lassen sich so echte Blickfänge zaubern. Upcycling lautet an dieser Stelle das Zauberwort. Damit werden scheinbar nutzlose Gegenstände mit etwas Kreativität in hochwertige Produkte umgewandelt. Im Gegensatz zum herkömmlichen Recycling ist das Ergebnis eine deutliche Aufwertung.

Um diesen Grundgedanken ging es auch bei der jüngsten Pflanzaktion im Jugend- und Begegnungszentrum (Jub‘s) am Vohwinkeler Feld. Hier wurden aus alten Gummistiefeln bunte Beete im Kleinformat. Diese verschönern bereits das Quartier im Norden des Stadtteils und erfreuen die dortigen Anwohner. 15 Kinder beteiligten sich an dem Projekt, das von der Diakonie Wuppertal, den Mitgliedern der Ladenkirche im Jub‘s und den Ehrenamtlern der Einrichtung organisiert wurde. Für die blühende Umwandlung der ausgemusterten Gummistiefel hatte die GWG Wuppertal 50 Stiefmütterchen gespendet.

„Die Idee ist bei den Kindern und den Anwohnern super angekommen“, sagt Christian Heuer von der Diakonie voller Freude. Nach der Aktion wurden die frisch bepflanzten Stiefel in unmittelbarer Nachbarschaft an den Innenhof-Zäunen der dortigen Wohnanlage befestigt. Anschließend klingelten die kleinen Gärtner bei den Nachbarn und baten um die Pflege und Bewässerung der ungewöhnlichen Blumenbehältnisse. „Die Anwohner waren sehr positiv überrascht und haben sich gern dazu bereit erklärt“, berichtet Christian Heuer. Bei der Gelegenheit bekam auch noch ein von den Kindern gebastelter Nistkasten einen passenden Platz im Baum.

Gartenprojekte haben im Jugendzentrum Tradition

Außer dem Upcycling-Prinzip wurde beim Projekt auch der Gedanke des „Urban Gardening“ verfolgt. Mit pfiffigen Ideen können städtische Quartiere so im wahrsten Sinne des Wortes aufblühen. Statt tristem Grau sollen bunte Blumen die Nachbarschaft erfreuen. Zum Auftakt wurden bereits beim Frühlingsfest der Ladenkirche alte Koffer und andere ausgediente Behältnisse bepflanzt und rund um das Jub‘s aufgehängt. „Wir haben bewusst nur Dinge verwendet, die für den Müll bestimmt waren“, berichtet Christian Heuer. Im Sommer sollen weitere Aktionen dieser Art folgen. „Wir würden uns freuen, wenn unser Beispiel Schule macht und sich auch andere Bewohner mit eigenen Ideen am Urban Gardening beteiligen.

Im Jub’s wird der grüne Daumen grundsätzlich gern gepflegt. „Das hat bei uns Tradition“, sagt Karl-Heinz Konnertz von der Ladenkirche. Seit vielen Jahren gibt es etwa die Pflanzentauschbörse. Was der eine zu viel hat, kann der andere vielleicht gut gebrauchen, lautet das Tauschprinzip für Blumenfans. Bei der vergangenen Auflage wurden außerdem sogenannte „Saatbomben“ gebastelt. Die kleinen Kugeln aus Saatgut und Erde eignen sich ebenfalls gut zur Begrünung. Und auch der Garten des Jub’s kann sich sehen lassen. Hier wurden Hochbeete angelegt und viele kleine Ecken bepflanzt.

Das Jub’s an der Waldkampfbahn wird von der Diakonie mit finanzieller Unterstützung der Stadt und der Evangelischen Kirchengemeinde Vohwinkel geführt. Der Verein Ladenkirche ist ebenfalls ein wichtiger Sponsor. Dessen Räume in der Einrichtung sind eine zentrale Anlaufstelle für Bildungsangebote, Veranstaltungen und gemeinsame Treffen. Der Schwerpunkt liegt auf Angeboten für Erwachsenen. Mit den entsprechenden Einnahmen wird die Kinder- und Jugendarbeit im Jub’s unterstützt.