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Wuppertaler CDU fordert Gratis-Kultur für die Jugend

Wuppertaler CDU fordert Gratis-Kultur für die Jugend

Jugendliche, Auszubildende und Studenten, so der Beschluss des Parteitags sollen kostenlos Karten für Aufführungen und Konzerte erhalten.

Wuppertal. Jugendliche, Auszubildende und Studenten sollen bei Aufführungen der Wuppertaler Bühnen und bei Konzerten des Sinfonieorchesters freien Eintritt haben. Das fordert die CDU.

Einen entsprechenden Beschluss haben die Christdemokraten auf ihrem Kreisparteitag gefasst und ins Kommunalwahlprogramm aufgenommen. „Wir wollen für junge Leute Hemmschwellen abbauen, kulturelle Angebote zu nutzen. Am Tag einer Veranstaltung können sie kostenlose Karten erwerben, die nicht verkauft worden sind. Einmal im Monat soll es zudem in den städtischen Museen freien Eintritt geben“, erklärt der CDU-Kreisvorsitzende Jürgen Hardt die Idee.

Mit ihrem kulturpolitischen Vorstoß rennt die CDU weit offene Türen ein. Am gleichen Tag — und das dürfte ein Zufall gewesen sein — wurde eine Bühnen-Flatrate für Studenten zwischen den Bühnen, dem Hochschul-Sozialwerk und der Studentenvertretung Asta vereinbart. Ziel der Kooperationspartner ist es, Wuppertal zu einer lebendigen Kultur- und Universitätsstadt zu machen.

Sinkende Zuschauerzahlen und Sparzwänge machen aber nicht nur die CDU-Politiker im Kommunalwahlkampf erfinderisch. So hatte die Wuppertaler FDP schon vor einigen Wochen freiwillige Eintrittspreise für den Besuch im Zoo, im Theater und in den Museen vorgeschlagen. „Wenn man einen kostenlosen Zugang für Jugendliche, Auszubildende und Studenten wünscht, dann ist das grundsätzlich eine gute Sache, aber man muss auch erklären, wie man es finanzieren will“, sagt Enno Schaarwächter, Geschäftsführer der Wuppertaler Bühnen. Aus der Vereinbarung mit dem Hochschulsozialwerk und dem Asta resultierten im Jahr immerhin Einnahmen von rund 40.000 Euro für die Bühnen. Asta und Hochschulsozialwerk zahlen pro Semester jeweils 50 Cent pro Student. Zurzeit studieren etwa 19.000 Studenten an der Bergischen Universität. Offene Fragen bei der Finanzierung des CDU-Vorschlags sieht auch Ursula Schulz, kulturpolitische Sprecherin der SPD. „Im Grunde ist das ja positiv, aber ich halte die Meldung für eine Wahlkampfneuigkeit. Das sind Geschenke, die man erst einmal im Kulturausschuss hätte beraten sollen.

Und was halten Jugendliche von einer Kultur-Flatrate? Da gibt es noch Überzeugungsbedarf. „Oper ist nicht mein Fall, aber für das Theater könnte man mich schon begeistern“, sagt Hermann Schauerte (15). Marius Jeuter (15) findet die Idee zwar gut, glaubt aber nicht, dass er selbst Freikarten nutzen würde. „Dafür ist die Konkurrenz anderer Freizeitmöglichkeiten viel zu groß.“ Auch Justin Wortmann (16) hält die Idee für gut, „aber selbst werde ich das Angebot wohl nicht wahrnehmen.“