Wuppertaler Anwohner befürchten Kosten für Straßenbau

Bauarbeiten : Anwohner befürchten Kosten für Straßenbau

Baustellenverkehr hinterlässt Spuren auf der Futterstraße. Das sorgt für Ärger.

Die Futterstraße hat bei 15 Prozent Gefälle fast den Charakter eines Almanstiegs und gerade oben in Gipfelnähe droht den Anwohnern Ärger. Dort werden derzeit nämlich auf der Schnittstelle zwischen der Futterstraße und der etwa parallel liegenden Dickmannstraße fünf Wohnhäuser gebaut. Und die beiden, die an der Futterstraße entstehen sollen, geben den Anwohnern Anlass zur Sorge.

Die steile Straße (Tempolimit 30 km/h) hinauf und hinab fährt nämlich in unregelmäßigen Abständen der Schwerlastverkehr, der nicht nur Lärm und Staub verursacht, sondern auch den Straßenbelag strapaziert. „Wir befürchten, dass wir für die Beseitigung der entstehenden Schäden von der Stadt Wuppertal zur Kasse gebeten werden“, sagen die Eheleute Rosemarie und Hans-Joachim Tesche, die diese Sorgen auch schon in einer Anwohnerversammlung im März dieses Jahres geäußert hatten. Zwar kann man sich gegen den auf- und abfahrenden Lkw-Verkehr nicht zur Wehr setzen, weil es sich hierbei um eine bestimmungsgemäße Nutzung der Straße handelt, wie der gleichfalls anwesende Bezirksbürgermeister Hans Hermann Lücke klarstellte. Doch für die Beseitigung der verursachten Schäden, die beispielsweise durch das Aufreißen der Straße wegen der Verlegung der Versorgungsleitungen entstehen und die Ausbesserung und Instandsetzung der Asphaltdecke können die Anrainer nicht zur Kasse gebeten werden. „Für diese Kosten kommen die Stadt und gegebenenfalls der Bauherr auf“, so Hans-Hermann Lücke, der beim Lokaltermin am Dienstag wieder vor Ort war. „Es wäre ja wohl ein Unding, wenn die Bürger dieser Straße nicht nur den Baustellenlärm, Behinderungen und Staub ertragen müssten, sondern dafür auch noch bezahlen dürften“, beruhigte Lücke die Anwohner, von denen die unmittelbar gegenüber der Baustelle wohnende Gabriele Leyendecker das volle Ausmaß mitbekommt.

„Wir haben die Straße vor Beginn der Baumaßnahmen vorsorglich fotografiert und können Veränderungen so belegen“, sagte Hans-Joachim Tesche, dem bei einem Telefonat mitgeteilt wurde, dass auch die Stadt den Zustand der Straßen dokumentiert habe.

BV gibt keine Zustimmung für „Wohnumfeld-Verbesserung“

Anders wird die Kostenfrage behandelt, wenn die Stadt Wuppertal eine „Wohnumfeld-Verbesserung“ vornimmt. Die würde dann eine Kostenbeteiligung der Anwohner zur Folge haben. Das würde jedoch bedingen, dass Gehwege angelegt werden, ebenso wie die Straße praktisch neu erstellt werden müsste.

Lücke ließ allerdings durchblicken, dass derartige Maßnahmen der Zustimmung der Bezirksvertretung bedürften. Die muss eine „Wohnumfeld-Verbesserung“ nämlich nicht nur genehmigen, sondern sie entscheidet bei mehreren derartigen Anträgen auch über die Reihenfolge der Baumaßnahmen. „So etwas wird hier nicht geschehen, da sind sich in der BV alle Fraktion einig. Wir stimmen nicht zu“, konstatierte der Bezirksbürgermeister eindeutig und verabschiedete die besorgten Bürgerinnen und Bürger mit den Worten: „Hier wird es keine Überraschungsangriffe geben.“

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