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Neues Buch von Dieter Jandt: Wuppertal mit all seinen Kontrasten

Geschichtensammlung von Dieter Jandt : Wuppertal mit all seinen Kontrasten

Dieter Jandt hat ein neues Buch veröffentlicht. Es erzählt von verschiedenen Geschichten aus Wuppertal – einige sind reale Begegnungen, andere sind seiner Fantasie entsprungen.

Er ist auf die Hügel gestiegen, um zu sehen, was es in Wuppertal und jenseits des Tals noch zu entdecken gibt. Und daraus ist ein lesenswertes Buch entstanden mit Gedanken, Sichtweisen und Betrachtungen auf „diese Stadt als eine sehr beschreibenswerte, in seiner Vielfalt, mit all ihren Brüchen, Kontraste, mit ihren scheinbar unstimmigen Bildern und urigen Figuren“. So Dieter Jandt auf der Rückseite seines 115 starken Bandes „Im Tal und darüber hinaus Spielereien, Spekulationen Gedankensprünge in der Stadt.“ Es ist das erste Buch des Autors zu Wuppertal.

Einige seiner Texte gehen auf reale Begegnungen von Personen zurück. Sie stehen nicht unbedingt auf der Sonnenseite des Lebens, wie die „Nonne in Weiß“, die Abfallbehälter nach Leergut durchsucht. „Die Beobachtungen habe ich dann teilweise im Kopf weiterentwickelt und ausgeschmückt.“ Gleich in zwei Episoden thematisiert, schickt Jandt sie gedanklich in ihre Heimat Thailand.

Wechsel zwischen
Fantasie und Realität

Geschuldet ist dies seinen vielen Auslandsaufenthalten, wie auch der Text zu Sumatra – oder ist doch eher der Skulpturenpark mit dem „Ferryman“ das  Thema? Ein verwobenes Konglomerat von beidem. Eine „Spinnerei“, so Jandt, ist der Text zum „Ferryman“ alias Kurt Herberts, wie das ganze Buch ein Wechsel zwischen Realität und Fantasie, zwischen Beobachtung und Ausschmückung ist. „Ähnlich wie Urs Widmer, den ich gelesen hatte, nahm ich mir die Freiheit, herumzuspinnen.“

Personen und Orte sind von Stadtgängern oft zu erkennen, den Bettler in der Elberfelder Innenstadt hat sicher mancher schon gesehen. Seine Texte sind teilweise sperrig, verklausuliert, dennoch liebevoll betrachtend erzählt. Jandl seziert genau, schaut auch dahin, wo es ungemütlich ist. Für ihn hat die Stadt viel zu bieten, ist „nicht kaputt“ und hat die Sicht vieler Außenstehender auf sich nicht verdient.

Beobachtungen aus dem „stählernen Untier, das breitbeinig den Fluss in Klauen hält“ einmal quer durch die Stadt, schonungslos mit Gedankenspiel und Fantasien von Kamelen und Eisbären am Fluss. Beschreibende Kindheitserinnerungen ans Balancieren über die Teppichstange im Hinterhof. Beim Bärlauch sammeln an seinen Turnlehrer Ernst Ribbeck, „den damals noch überhaupt kein Schwein kannte“, der ihn, „der ich als begnadeter Nachwuchskicker galt“, aus der Mannschaft nahm.  Auf dem Unterbarmer Friedhof treffen sich Engels, Toelle und Herberts zum Gespräch, dann ein Gedicht zur zerfransten Nacht, eine ironische Betrachtung zu einem Ehepaar mit Hund. Jede Geschichte anders, jede Geschichte lesenswert.

Das Buch ist im Nordpark-Verlag erschienen und kostet zwölf Euro.