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Einkaufszentrum Röttgen in Wuppertal: Demenz WG kommt nicht

Einkaufszentrum Röttgen : Demenz WG in Wuppertal wird doch nicht gegründet

Die Firma Home Solution aus Düsseldorf hatte angekündigt, eine Demenz-WG in den Räumen des Einkaufszentrums Röttgen einrichten zu wollen. Das wird jetzt wohl doch nichts. Die Gründe dafür.

Aus der Demenz-WG im EKZ Röttgen wird wohl nichts. Während Jean-Marie Czerny von Home Solution vergangene Woche noch eine Eröffnung im Laufe des Jahres in Aussicht stellte, erklärt jetzt der Eigentümer Minh Thanh Le, dass der Verkauf bereits vor Monaten rückgängig gemacht wurde. „Herr Czerny hat die vertraglich vereinbarten Pflichten nicht erfüllt“, erklärt Minh Thanh Le. Laut Kaufvertrag hätte die Home Solution ab dem 1. Juli 2019 die laufenden Kosten für die gut 700 Quadratmeter großen Räume übernehmen müssen. Auch wenn die Räume seit längerem leer stehen, fallen trotzdem Ausgaben an: Grundbesitzabgaben, Hausgelder, Gebühren für die Bereitstellung von Strom und Wasser. „Das sind rund 40 000 Euro im Jahr“, sagt Minh Tanh Le. Dadurch, dass Czerny ihn immer wieder hingehalten habe und versprochen habe, bald das Geld zu bezahlen, sind so über die vergangenen beiden Jahre rund 80 000 Euro zusätzliche Kosten entstanden.

Ein Problem sei eine aufschiebende Klausel im Vertrag gewesen. Dort hieß es, dass der Kaufpreis erst nach Erteilung der Baugenehmigung fällig sei. Czerny habe immer wieder behauptet, dass diese Baugenehmigung auf sich warten lasse, weil das Wuppertaler Bauamt überlastet sei. „Er hat aber überhaupt keinen Bauantrag eingereicht“, empört sich Minh Thanh Le. Das habe ihm die zuständige Sachbearbeiterin aus dem Bauamt bestätigt. Der WZ darf das Bauamt aus Datenschutzgründen darüber keine Auskunft geben.

Brüder bestreiten
Schwarzgeld-Vorwürfe

Aber die Brüder Minh-Thanh und Minh-Thu Le legen eine Urkunde von einem Düsseldorfer Notar vor, nach der dieser die Auflassungsvormerkung für die Flächen im EKZ Röttgen im Juli 2020 gelöscht hat. „Wir sind die Opfer dieses Mannes“, empören sich die Brüder, die dadurch viel Geld verloren haben. Noch mehr ärgert es sie, dass Czerny nun versucht hat, sie schlecht zu machen. „Wir würden niemals Schwarzgeld nehmen“, schimpfen sie. Beide haben in Oberhausen gut laufende Geschäftsbetriebe. Schon viele Immobiliengeschäfte haben sie zur Zufriedenheit aller abgewickelt, erzählen sie. Und sie wundern sich über das Foto in der WZ: „Der Mann, der dort auf dem Foto ist, sieht nicht aus wie der Herr Czerny, der mit uns beim Notar saß.“

Wolfgang Kuß besaß früher das Parkhaus im EKZ und hat die Entwicklung als Mitglied der Eigentümergesellschaft verfolgt: „Die haben auch den Eigentümer-Beirat getäuscht. So wollte Home Solution für ein neues Dach im Voraus bezahlen – aber es ist kein Cent geflossen.“ Maklerin Christine Thiede pflichtet ihm bei: „Die konnten sich super präsentieren.“ Nur deshalb sei es den Geschäftsführern von Home Solution gelungen, alle so lange hinzuhalten.

Jetzt suchen die Brüder Le neue Mieter für die Räume. Ursprünglich war ihr Plan gewesen, auf die eine Seite eine Bäckerei und daneben ein chinesisches Restaurant zu etablieren. Dafür hatten sie schon alles vorbereitet: Alle Boden und Decken wurden schick erneuert, ebenso die Elektroinstallation. Für das Restaurant steht schon die Küchentheke. Die der Bäckerei hatten sie extra für Home Solution rückgebaut. Jetzt sind sie mit mehreren möglichen Mietern im Gespräch.