Neonazis in Vohwinkel: Stadt will Zulauf stoppen

Neonazis in Vohwinkel: Stadt will Zulauf stoppen

Im November wird ein Präventionspaket vorgestellt.

Vohwinkel. Nach der Schlägerei zwischen Rechts- und Linksextremisten in der Nacht vor dem offiziellen Beginn des Vohwinkeler Flohmarkts auf der Kaiserstraße hat Sozialdezernent Stefan Kühn (SPD) Konsequenzen angekündigt. Um zu verhindern, dass die Vohwinkeler Neonazi-Szene weiteren Zulauf bekommt, will die Stadt präventive Maßnahmen auf den Weg bringen. So sollen Lehrer für das Thema „Extremismus und Jugendliche“ speziell fortgebildet werden. Kühn: „Wir müssen verhindern, dass junge Leute auf ausländerfeindliche Parolen hereinfallen.“ Deshalb soll auch der antirassistische Bürgerbahnhof weitere Unterstützung bekommen. Das Präventionspaket und dessen Finanzierung werden im kommenden November im Jugendausschuss vorgestellt.

Wie berichtet, waren in der Nacht auf Sonntag 15 Neonazis festgenommen und erst nach Ende des Flohmarkts am Abend wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Acht Personen — sie werden von der Polizei der linken Szene zugerechnet — wurden verletzt, drei von ihnen ambulant im Krankenhaus versorgt. Und: Wie die Polizei auf WZ-Nachfrage bestätigte, haben mittlerweile vier der Opfer gegenüber dem Staatsschutz Aussagen zu den Vorfällen auf der Kaiserstraße gemacht.

An dem Angriff während des Flohmarkts sollen auch auswärtige Extremisten (Ruhrgebiet, Niederrhein) beteiligt gewesen sein. Die Polizei konstatiert mittlerweile, dass die neue Neonaziszene in Vohwinkel Zulauf bekommt. Nach WZ-Informationen sind polizeibekannte Rechtsextreme mittlerweile vom Osten der Stadt nach Vohwinkel gezogen. Die Ermittlungen wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung dauern an.

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