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Sportlerin der Woche: Nina Berkenberg: In Berlin gelang der Durchbruch

Sportlerin der Woche : Nina Berkenberg: In Berlin gelang der Durchbruch

Nina Berkenberg schwamm bei den Titelkämpfen in der Hauptstadt über 50 Meter Brust nach einer wahren Leistungsexplosion ins Finale.

Wuppertal. Bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften im Schwimmen in Berlin stand im sechsten Vorlauf über 50 Meter Brust auf Bahn sechs mit Nina Berkenberg eine Schwimmerin auf dem Startblock, von der in der riesigen Schwimmhalle im Europasportpark niemand erwartete, dass sie sich für das A-Finale qualifizieren würde. Die wohl einzige, die an ihre Chance glaubte, war Nina Berkenberg selbst.

„Ich war mit keinem guten Gefühl nach Berlin gekommen. Die 100 m Brust am Eröffnungstag waren dann auch nicht so gut (Platz 41 in 1:13,34 min., d. Red.). Da habe ich mir vorgenommen, du haust alles in die 50 Meter“, erinnert sich die 19-jährige Schwimmerin der SG Bayer. Mit einer Zeit von 31,19 sec., womit sie ihre persönliche Bestzeit um 1,5 Sekunden verbesserte, was bei einem 50 Metersprint schon sensationell ist, belegte sie in ihrem Vorlauf Platz zwei hinter der späteren neuen Deutschen Meisterin Annalena Felker (SG Essen).

Mit der insgesamt drittschnellsten Zeit der Vorläufe stürmte sie damit ins A-Finale. „Als ich nach meinem Vorlauf auf die Anzeigetafel geguckt habe, dachte ich, meine Brille wäre beschlagen. Dann sah ich auf die Tribüne, wo unsere Mannschaft und meine Eltern standen und sich freuten. Da habe ich das erst gerafft“, sagt Berkenberg. Im Finale konnte sie sich zwar nicht weiter steigern, mit der aber immer noch sehr guten Zeit von 31,57 Sekunden belegte sie einen hervorragenden fünften Platz. „Im Finale hatte ich eine noch verbissenere Einstellung als im Vorlauf. Dann habe ich die Wende in den Sand gesetzt“, sagt Berkenberg.

Sportlerin

der Woche

„Ich bin stolz auf Nina. Ich wusste, dass sie kann, was sie in Berlin gezeigt hat. Über 50 m Brust ist sie auf der Kurzbahn seit Jahren auf den ersten 25 Metern die schnellste in Deutschland“, erklärt ihr Trainer Axel Focke. Nina Berkenberg gehört dem SV Bayer seit ihrem dritten Lebensjahr an. Sie wohnt bei ihren Eltern auf dem Dönberg. Ihre Hauptlage im Schwimmen ist der Bruststil, wo sie sich auf die kurzen Strecken spezialisiert hat. „Lange Distanzen waren noch nie ein Thema für mich. Am liebsten schwimme ich die 50 m, 100 m gehen auch noch, mit den 200 m kann man mich hingegen jagen“, sagt Nina Berkenberg. Für eine Brustschwimmerin ist sie mit 1,86 Metern ungewöhnlich groß.

„Beim Start ist man wegen der Größe zwar erstmal vorne, bei der Wende muss man es hingegen schaffen, den Körper gut herum zu kriegen. Nachdem wir mehr Schnellkraft trainiert haben, hat sich das gebessert. Früher war das mit den Wenden ganz schlimm.“

Als ihr Defizit bezeichnet sie, dass bei ihr viel über den Kopf geht und sie zum Perfektionismus neigt. Ein Trainingsweltmeister ist Nina Berkenberg nicht. Im Gegensatz zu anderen Spitzenschwimmern, die an jedem Tag in der Woche zum Teil auch zweimal trainieren, kommt sie mit fünfmal Training die Woche aus.

„Entscheidend ist die Trainingsintensivität. Mit siebenmal Training war ich nicht so erfolgreich wie jetzt. Bei Axel Focke mache ich weniger, habe aber mehr Erfolg. Ich finde, es kommt auf die Einstellung an“, sagt sie. Auf ihren Trainer hält sie große Stücke. „Axel Focke hat immer mehr an mich geglaubt, als ich selbst. Er ist auch stolzer auf meine Leistung als ich selbst.“

Für die Zukunft hat sie sich vorgenommen, auf der Langbahn auf dem gleichen Niveau zu schwimmen. Nächster großer Wettkampf sind die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften Anfang kommenden Jahres. Hier will sie mit maximaler Leistung zum Mannschaftserfolg der SG Bayer beitragen. Abseits des Schwimmbeckens bezeichnet sie sich als ganz normales Mädchen. Sie geht gerne mit ihren Freunden shoppen oder in ein Café. Ganz besonders gern geht sie auf dem Dönberg in ein Eiscafe an der Höhenstraße, denn sie liebt Süßigkeiten. Die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Berlin sind immer noch in ihrem Kopf. „Wenn ich daran denke, kommen mir immer noch die Tränen“, sagt Nina Berkenberg.