Solingen: Kran-Bergung in Solingen schwieriger als erwartet

Solingen : Kran-Bergung in Solingen schwieriger als erwartet

Das Fahrzeug ist aufgerichtet, aber der Ausleger muss noch demontiert werden. Die Sperrung dauert deshalb am Donnerstag an.

Solingen. Die Anwohner des Pfaffenberger Weges in Hästen müssen sich noch etwas in Geduld üben: Denn schwieriger als zunächst erwartet gestalteten sich am Mittwoch die Bergungsarbeiten des am Dienstag in einen Rohbau gestürzten Mobilkrans. Das 36 Tonnen schwere Gefährt mit dem 42 Meter langen, bei dem Unfall jedoch erheblich beschädigten Teleskop-Ausleger muss noch demontiert werden, bevor der Abtransport des Krans erfolgen kann. Dies soll nun am Donnerstag geschehen.

Der entscheidende Moment der bisherigen Bergungsarbeiten am Pfaffenberger Weg: Der 36-Tonnen-Kran wird wieder auf festen Untergrund gehoben, der zuvor nochmals intensiv mit Stahlbohlen unterfüttert wurde. Foto: Christian Beier

Und das hat Konsequenzen: Am Donnerstag wird für die Demontage des Auslegers und dem anschließenden getrennten Abtransport des Gefährts sowie des Auslegers der Pfaffenberger Weg erneut gesperrt werden. Ab 7 Uhr wird die Vollsperrung in Höhe der Hausnummer 267 erneut eingerichtet. „Wie lange diese dauern wird, hängt davon ab, ob es weitere Komplikationen gibt“, sagte am Mittwoch Projektleiter Heinz Tschiche von der Firma Franz Bracht Kran-Vermietung GmbH. Ihr gehört der umgestürzte Kran, der erst zwei Monate alt ist und über 600 000 Euro gekostet hat.

Vier tonnenschwere Bergungsfahrzeuge der Firma, deren Hauptverwaltung in Erwitte beheimatet ist und die in Wuppertal eine Dependance unterhält, hatten die Anwohner des Pfaffenberger Weges am Mittwochmorgen aus dem Schlaf gerissen. Jedenfalls bereits gegen 6 Uhr in der Frühe war die ansonsten idyllische Ruhe im südlichsten Zipfel Solingens auf den Höhen der Wupperberge zu Ende, bahnten sich zwei weitere Mobilkräne und zwei Ballast-Transporter den Weg durch Hästen und durch „den Pfaffenberg“.

„Die schweren Transporter waren auf der hier sehr schmalen Fahrbahn nicht zu überhören“, schilderte Anwohner Lisa Grämlich gegen 8.30 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt waren die beiden Mobilkräne, die noch größer und schwerer sind als der umgestürzte, bereits mit Ballast-Platten bestückt und auf angrenzenden Feldern in Position gebracht. Damit diese Fahrzeuge nicht im vom Regen der letzten Tage aufgeweichten Wiesengrund versanken, waren bereits am Dienstagabend mehr als drei Dutzend schwere Stahlmatten auf den Feldern ausgelegt worden.

Etliche Vorbereitungen waren nötig: So mussten die Bergungskräne stabilisiert und der Abstellplatz des demolierten Krans mit Stahlplatten unterfüttert werden, ehe der eigentliche Bergungsvorgang starten konnte. Das war gegen 11.15 Uhr. Koordination war dann angesagt: In Filigranarbeit wurde der tonnenschwere Mobilkran von seinen größeren „Kollegen“ aus dem Rohbau herausgehoben und wieder auf die Räder seiner vier Achsen gestellt.

Noch bis gegen 20 Uhr dauerten dann die Stabilisierungsarbeiten an dem wiederaufgerichteten Fahrzeug. Erst dann konnte die Sperrung wieder aufgehoben werden.

Die Bewohner der 30 betroffenen Häuser des südlichen Pfaffenberger Weges konnten ihre Häuser wieder anfahren. Sie hatten zuvor ihre Autos oft schon in Hästen abstellen müssen, um die Zufahrt zur Baustelle nicht zu blockieren. „Ich wohne schon 30 Jahre hier, aber dass es bei uns mal keinen freien Parkplatz geben würde, habe ich mir bislang nicht vorstellen können“, nahm eine alteingesessene Anwohnerin Hästens die Unannehmlichkeiten mit Humor. Heute gib es die Wiederholung.