Herbstregen hat die Talsperren gefüllt

Herbstregen hat die Talsperren gefüllt

Auch der Wupperpegel stieg, aber derzeit bewegt sich alles im normalen Bereich.

Viel Wasser, aber alles im grünen Bereich — das ist die derzeitige Wasserlage. „Wir hatten sehr viel Regen“, sagt Susanne Fischer, Sprecherin des Wupperverbands auf WZ-Nachfrage. „Aber bisher kein Hochwasser.“

Den Regen habe man beim Wupperverband gar nicht so schlecht gefunden, erklärt Susanne Fischer. Der sei nicht nur gut für die Natur, sondern fülle eben auch die Talsperren, so dass diese im Sommer genug Wasser haben. Das könne dann bei Bedarf in die Wupper abgelassen werden, damit diese auch in längeren Schönwetterphasen nicht austrocknet.

Der November hat nach Angaben des Wupperverbands seinem Ruf als trübem Monat alle Ehre gemacht: Er war nass und wenig sonnig. Die Auswertungen des Wupperverbands ergaben, dass die Niederschlagsmengen über dem Durchschnitt lagen - oft 20 Liter pro Quadratmeter mehr.

So regnete es an der Bever-Talsperre 144 Liter, Durchschnitt sind 124. Am Klärwerk Buchenhofen in Wuppertal waren es 120 Liter, das Mittel sind hier 97 Liter. An der Großen Dhünn-Talsperre in Wermelskirchen waren es mit 119 Liter rund 21 Liter mehr, hier liegt die langjährige Messung bei 98 Litern. Im Klärwerk Solingen-Burg waren es mit rund 128 Litern nur 8 Liter über dem Durchschnitt von 120 Litern. Der meiste Niederschlag wurde an der Remscheider Messstation Tenter Weg gemessen: Dort fielen 152 Liter. Leverkusen war wie so oft die niederschlagsärmste Station im Verbandsgebiet. Sie lag mit 72 Litern nur knapp 3 Liter über dem Mittel von 69 Litern.

Die regenreichsten Tage waren 2 Montage, nämlich der 27. und der 20. November. Am 27. November fielen an der Bever-Talsperre fast 32 Liter, am 20. November waren es 25 Liter. Am Klärwerk in Solingen-Burg waren es am 27. November 22 Liter und am 22. November 24 Liter.

Komplett regenfrei war es nur selten, und die Sonne zeigte sich selten: Laut Deutschem Wetterdienst lagen die Sonnenstunden rund 20 Prozent unter dem Durchschnitt. In NRW gab es 40 Stunden Sonnenschein, das November-Mittel liegt bei 53 Stunden.

Das viele Wasser von oben hat auch die Wupper gut gefüllt. An einigen Tagen rauschte der Fluss durchaus turbulent durch die Stadt — in der vergangenen Woche wurde an der Kluse auch mal ein Durchfluss von 50 Kubikmeter pro Sekunde gemessen. „Ab dieser Durchflussmenge beginnen wir, den Stand zu beobachten“, erklärt Susanne Fischer. Auch die Wiesenstücke am Ufer waren zum Teil überflutet. Doch bis zum Rand der Ufermauern sei noch viel Platz, daher gebe es keinen Grund zur Besorgnis: „Das ist ganz normal für den Winter“, betont sie.

Der geringere Niederschlag in den letzten Tagen hat auch für Beruhigung im Fluss gesorgt: Gestern lag der Durchfluss bei 15 bis 16 Kubikmetern pro Sekunde, der Wasserstand bei 55 Zentimetern. Aktuell sei alles normal, bestätigt Alexander Löcke, Hydrologe vom Dienst beim Wupperverband.

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