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Henri Lebasque: Der Maler von Freude und Licht

Henri Lebasque: Der Maler von Freude und Licht

Das Bild „Auf dem Rasen“ ist in der Ausstellung „Mehr Licht“ noch bis 29. April im Von der Heydt-Museum zu sehen.

Freunde und Kunstkritiker nannten ihn den „Maler von Freude und Licht“. Henri Lebasque, geboren 1865, fast eine Generation jünger als die Impressionisten Monet und Renoir, verfolgte in seiner Malerei ganz ähnliche Ziele wie die großen Meister. Auch ihm ging es um die Darstellung von Licht und Schatten, um die Atmosphäre eines sonnigen Sommertages. Zwar hatte Lebasque von 1886 an bei Léon Bonnat, einem berühmten „Salon-Künstler“ studiert, aber die wichtigsten Einflüsse auf seine Malerei kamen durch Pissarro, Seurat und Signac. Sie machten ihn mit der Technik der Kreuzstrichlagen unvermischter Farben und den Prinzipien des Pointillismus bekannt, die Lebasque auch in unserem Gemälde „Auf dem Rasen“ anwandte, das zwischen 1900 und 1914 entstanden sein dürfte.

Wuppertaler

Meisterwerke

Zu sehen sind zwei Personen, vermutlich Mutter und Tochter, die auf einem Rasenstück im Schatten eines Baumes, in einem Garten oder Park, in ihre Beschäftigungen vertieft sind. Während die Mutter in einem Liegestuhl eine Handarbeit ausführt, liest hinter ihr das Mädchen, auf einem Gartenstuhl sitzend, die Arme auf einen Tisch gestützt, in einem Buch. Ein Weg führt in das Bild hinein und zieht sich in einem Bogen in den Hintergrund, wo er die Rasenfläche von der Kulisse der Bäume und Sträucher trennt. Vorne und hinten, unten und oben, der Weg wird zum wichtigen Kompositionselement, das in dem Gewirr der über- und nebeneinanderliegenden unverbundenen Pinselstriche für räumliche Ordnung sorgt.

In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg unternahm Lebasque Reisen nach Spanien und Italien und hielt sich oft im Süden Frankreichs, in St. Tropez, Nizza und Cannes auf. So wurde dieses von den Malern so gepriesene Licht des Südens auch für ihn eine der wichtigsten und größten Herausforderungen. Zu diesem Licht des Südens veränderte sich Lebasques Farbgebung ebenso wie seine Pinseltechnik. Mit einer deutlich aufgehellten Palette malte er nun zahlreiche sonnenbeschienene Landschaften und Szenen im Freien, wobei ihm seine Familie oft als Modell diente. War seine Technik zunächst vom Pointillismus eines Seurat und Signac geprägt, näherte er sich im Midi mehr den Kompositionen und Farbexplosionen von Bonnard und dem fauvistischen Expressionismus von Matisse an.