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Spielplatz Bergstraße: Politik sieht sich ausgebremst

Spielplatz Bergstraße: Politik sieht sich ausgebremst

Am Mittwoch stellt die Stadt die Pläne vor. Die BV kritisiert vorab, dass jüngere Kinder kaum berücksichtigt wurden.

Elberfeld. Die Stadt will den Spielplatz Bergstraße neugestalten. Insgesamt 320 000 Euro werden investiert, wobei Wuppertal nur den Eigenanteil von zehn Prozent tragen muss. Der Rest kommt aus einem Landesförderprogramm. Die Planung stellt der Fachbereich Jugend und Freizeit gemeinsam mit dem zuständigen Landschaftsarchitekten am kommenden Mittwoch in der Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Elberfeld vor — und hat sich offenbar auf eine heiße Diskussion eingestellt. Vorab, so heißt es, wolle man sich deshalb nicht mehr gegenüber den Medien äußern. Denn die BV hat Widerstand angekündigt und kritisiert, dass es eine echte Bürgerbeteiligung nicht gegeben habe.

Foto: Andreas Fischer

Entscheiden über die Vorlage wird der Ausschuss für Stadtentwicklung am kommenden Donnerstag. Der Jugendhilfeausschuss hat bereits seine Empfehlung abgegeben. Auch die Elberfelder Lokalpolitiker müssen noch abstimmen. Wie Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius (SPD) ankündigt, wird die BV dem Ausschuss aber wohl nicht folgen.

Dass mit der Spielfläche etwas passieren müsse, sei schon seit langem klar gewesen. Dadurch, dass das unterhalb gelegene Parkhaus vom Städtischen Gebäudemanagement (GMW) saniert werde und die Spielfläche abgeräumt werden müsse, habe sich „die Riesenchance“ ergeben, so Vitenius. Zumal durch das Landesprogramm „Zuweisung für Investitionen an Gemeinden zur Förderung von Quartieren mit besonderem Entwicklungsbedarf“ die finanziellen Mittel bereit stünden. Allerdings habe die BV bereits frühzeitig gefordert, die Politik, aber vor allem die Bürger zu beteiligen. „Ganz klassisch“, sagt der Bezirksbürgermeister, „vielleicht bei einem Treffen, bei dem auch Anwohner ihre Ideen einbringen können.“ Das sei aber nie passiert. „Da ist einiges schief gelaufen“, sagt Vitenius. Die BV habe erst wieder davon gehört, als die Vorlage bereits in Arbeit war.

In der ist jetzt von einem „Beteiligungsverfahren mit Besucher*innen des Haus der Jugend Elberfeld“ die Rede. Zu wenig, findet Vitenius. Denn das habe unter anderem dazu geführt, dass Angebote für kleine Kinder und deren Eltern nun in der Planung fehlen würden. „So ist das eine reine Außenstelle des Haus der Jugend.“

Deshalb müsse die Planung noch einmal überarbeitet werden, eben mit Angeboten für jüngere Nutzer. „Das gefährdet auch nicht die Fördermöglichkeiten“, ist der Bezirksbürgermeister überzeugt.

Die von der Stadt angedachte Planung sieht unter anderem vor, „die unattraktiven Aufenthaltsflächen und in die Jahre gekommenen Spielgeräte zu beseitigen“, wie es in der Vorlage heißt. Das soll schon ab Mai passieren. Anschließend werde das GMW die Oberfläche abdichten und ein „modernes, attraktives Pflaster“ aufgelegt. Die Stadt plant zudem neue Pflanzflächen für Bäume ein. Dem Wunsch der Jugendlichen nach qualitätsvollen Aufenthaltsflächen „zum Liegen und Chillen“ wird durch die Herstellung von Podesten gerecht. Darüber hinaus werden weitere Spielgeräte auf der Nutzfläche installiert: ein Spielnetz, ein geräuscharmer Spielkäfig zum Fußballspielen, bodenbündige Trampoline und Calisthenics Sportgeräte. Im November/Dezember dieses Jahres soll alles fertig sein — dafür müsste aber auch die Politik grünes Licht geben.