Erstes Quempas-Konzert der Wuppertaler Kurrende in der Ronsdorfer Lutherkirche.

Konzert : Ausdrucksstarke Gesänge und eine „Stille Nacht“

Erstes Quempas-Konzert der Wuppertaler Kurrende in der Ronsdorfer Lutherkirche.

„Den die Hirten lobeten sehre, und die Engel noch viel mehre.“ So lautet der Anfang des Quempas. Erst wenn dieser Wechselgesang viermal in Kirchen unmittelbar bevorsteht, ist in Wuppertal die Adventszeit vollends angebrochen. Zuständig für diese jahrzehntelange Tradition ist die Wuppertaler Kurrende. Den Auftakt machte sie dieses Mal in der Ronsdorfer Lutherkirche. In Scharen eilten die Chormusikfreunde herbei, um bei diesem Ereignis dabei zu sein.

Es war wie immer ein Erlebnis, als Mitten im Konzert die jüngsten Kurrendaner mit Kerzen in der Hand das Kirchenschiff betraten, an vier Orten Aufstellung nahmen und abwechselnd auf Deutsch die vier Zeilen der vier Strophen des „Quem pastores laudavere“ sangen, gefolgt vom Chor und den Zuhörern. Anschließend gesellten sie sich zu ihren älteren Sängern und intonierten unter der Leitung ihres Stimmbildners Ricardo Navas ergreifend „Freu dich, Erd und Sternenzelt“.

Eingerahmt wurde dieser Brauch von ausdrucksstarken Gesängen des Konzertchors. Mit und ohne Continuobegleitung kamen unter dem genauen und engagierten Dirigat seines künstlerischen Leiters Markus Teutschbein die populären und weniger bekannten adventlichen wie weihnachtlichen Weisen stimmungsvoll vom Altarraum. Fein austariert erklangen „Maria durch ein Dornwald ging“, „Es ist ein Ros entsprungen“ und „Hört der Engel helle Lieder“. Sehr homogen waren die Darbietungen trotz selten heraushörbarer Einzelstimmen und wenigen ganz kleinen Schwächen bei den Sopranen ganz oben in der Höhe.

Eigens für die diesjährigen Quempaskonzerte hatte der ehemalige, langjährige Kurrendechef Heinz Rudolf Meier zu jedem Lied vorzügliche instrumentale Vorspiele komponiert, die von einem sechsköpfigen Ensemble sensibel aufgeführt wurden. Außerdem griff Teutschbein zweimal zu seinem Cello, um zwischendurch mit drei anderen Cellisten sehr harmonisch je ein Quartett von Georg Goltermann und Arvo Pärt zu spielen.

Mit dem üblichen finalen „O du fröhliche“, bei dem die Zuhörer eifrig mitsangen, war noch nicht Schluss. Erst nach dem Verklingen von „Stille Nacht“ als zweite Zugabe verließ das Publikum in beseelter weihnachtlicher Stimmung den Ort des Geschehens.

»Am vierten Adventswochenende gibt es weitere Konzerte: am Samstag, 22. Dezember, um 19.30 Uhr in der Barmer Lutherkirche und tags darauf um 17 Uhr traditionell in der Friedhofskirche.has