Erster Climathon in Wuppertal

Climathon: Klimaprobleme lösen in 24 Stunden

Beim ersten Wuppertaler Climathon ging es um Starkregen, Plastik und Mobilität.

Mit dem Starkregen im vergangenen Mai ist der Klimawandel auch in Wuppertal besonders spürbar geworden. Doch was können Wuppertaler Bürger tun, um dieses weltumspannende Thema auch vor Ort in den Griff zu bekommen? Mit dieser Frage starteten am Freitag 60 Interessierte im Freiraum am Arrenberg zum ersten Wuppertaler Climathon – einem 24 Stunden dauernden Ideenlabor. Das Ziel: Lösungsideen entwickeln für nachhaltige Verpackung und klimaneutrale Logistik frischer Lebensmittel, eine den Zukunftsanforderungen angepasste Nutzung von Parkflächen und den Schutz vor Starkregenereignissen.

Die Initiative zur Teilnahme Wuppertals am weltweiten Climathon kam von der Bergischen Gesellschaft für Ressourceneffizienz „Neue Effizienz“. Die Konzeptentwickler wollen die Ressourceneffizienz im Bergischen Städtedreieck verbessern und die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Region und ihrer Unternehmen stärken. „Für Probleme in der Region liegt auch die Lösung in der Region“, sagt Eva-Maria Goertz, Mitarbeiterin der „Neuen Effizienz“. Die Grundidee sei gewesen, ein Netzwerk ins Leben zu rufen, um Innovationen zu fördern, ergänzt Projektleiterin Swanhild Klink. In diesem Netzwerk sollten Wissenschaftler und Experten, Studierende und Bürger zusammenkommen. Wer sich an diesem Vormittag beim Climathon umschaut, sieht: Breites Interesse gibt es jedenfalls.

„Es geht darum, Spaß zu haben und Methoden für euer Herangehen kennenzulernen“, sagt Jochen Stiebel, Geschäftsführer der „Neuen Effizienz“ in seiner Begrüßung. „Ihr seid eingeladen, quer zu denken, neue Impulse zuzulassen und dabei das Ziel nicht aus dem Blick zu verlieren“, so Stiebel.

Aufbruch am Arrenberg und Wupperverband sind dabei

Bevor die Teilnehmer die inhaltliche Arbeit beginnen, werben die Ideengeber der drei großen Themen dafür, sich mit einem davon zu beschäftigen. Die Idee, beim Climathon den Schutz vor Starkregenereignissen in den Blick zu nehmen, kam vom Wupperverband. „Wie bekommen wir Bürger und Gewerbe zusammen“, lädt Torsten Frank die Teilnehmer ein, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Nils Beckmann vom Verein „Aufbruch am Arrenberg“ wirbt für das Thema nachhaltige Verpackung und klimaneutrale Logistik frischer Lebensmittel. Der Verein arbeitet an einem Konzept für eine sich selbst versorgende Stadt. Dass Lebensmittelreste für den Obst- und Gemüseanbau genutzt werden können, habe man schon herausgefunden. „Für den Vertrieb und die Verpackung haben wir aber noch keine Lösung. Die erhoffe ich mir vom Climathon“, sagt Beckmann.

Michael Müller vom Architekturbüro ACNS möchte die Teilnehmer für das Thema innovative Parkraumnutzung gewinnen. Autos stünden 23 Stunden am Tag nur herum, die Autofahrer verbrächten bis zu 60 Stunden im Jahr mit der Suche nach Parkplätzen und 100 000 Privatautos könnten durch 15 000 bis 20 000 Car-Sharing-Autos ersetzt werden, ohne Einbußen bei der Mobilität – Müller nennt bemerkenswerte Zahlen – und lädt dazu ein, Lösungen zu finden.

Dann geht’s an die Arbeit. Katharina Liefers (25), Studentin der Nachhaltigkeitswirtschaft an der Uni Wuppertal, zeigt sich motiviert: „Mich stört das viele Plastik im Supermarkt und ich finde es spannend, eine nachhaltige Lösung zu entwickeln“, sagt sie. Mitstudent Tim Schuster (28) hat sich für dasselbe Thema entschieden. „24 Stunden – mal gucken, was wir umsetzen können“, sagt er. Am nächsten Vormittag sollen die Lösungen präsentiert werden und eine Jury entscheidet, welche weiter gefördert werden.

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