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Dschungel der Möglichkeiten: Die Zukunft beginnt jetzt

Dschungel der Möglichkeiten: Die Zukunft beginnt jetzt

In einem Erlebnisparcours lernen Siebtklässler aus bildungsfernem Umfeld, wie sie ihr Leben in die Hand nehmen können.

Wuppertal. Sitzgruppe im Tunnel — etwa so lässt sich eines der sechs Module beschreiben, die zu einem 500 Quadratmeter großen Erlebnisparcours im Riedel Technologiepark gehören. Rund 900 Siebtklässler der Wuppertaler Gesamt-, Haupt- und Förderschulen sollen dort noch bis Freitag eine ungewöhnliche Bekanntschaft schließen: Sie sollen Kontakt zu ihrer Zukunft aufnehmen.

„Komm auf Tour — meine Stärken, meine Schwächen“ heißt das Projekt zur Berufsorientierung und Lebensplanung, das bereits zum dritten Mal in Wuppertal Station macht. Jener Zeittunnel führt dabei in das Jahr 2020, wenn die heutigen Schüler ein böses Erwachen erleben oder aber in ein aufregendes Lebensabenteuer starten werden.

Sinn der Tour ist es, auf spielerische Weise zu begreifen, dass Leben und Beruf zu einem guten Teil in der eigenen Hand liegen und aktiv gestaltet werden können. Das Modul „Labyrinth“ verdeutlicht dabei den Dschungel der Möglichkeiten, die das Leben bietet, während die „sturmfreie Bude“ auf die Verlockung verweist, sich angesichts dieser einschüchternden Vielfalt einfach treiben zu lassen.

Im „Zeittunnel“ wird es dann eng, auch im wörtlichen Sinne, denn die Röhre zwingt zur Konfrontation mit möglichen Lebens- und Arbeitswelten. Die Schüler können sich dort für verschiedene Aufgaben und Lösungswege entscheiden und erhalten je nach ihrer Wahl „Stärkepunkte“, etwa für Organisationstalent, handwerkliche Fähigkeiten oder besonders ausgeprägte Fantasie.

Um auf diese Weise realisierbare Perspektiven entwickeln zu können, ist eine Zusammenarbeit von Schulen und außerschulischen Partnern unerlässlich. Von großer Bedeutung ist aber auch die Beteiligung der Eltern. Für Mütter und Väter sieht das Projekt deshalb einen Infoabend vor (siehe Box), bei dem sie selbst Bekanntschaft mit dem Parcours schließen können. Sie sollen aber auch lernen, wie sie ihre Kinder bis zum Schulabgang unterstützen können.

Eine Befragung der Jugendlichen hat ergeben, dass sich zwei Drittel nach Durchlaufen des Parcours’ ihre Zukunft konkreter vorstellen konnten — Mädchen eher als Jungen, Jugendliche mit türkischem Hintergrund eher als solche mit anderer Herkunft. Für Lehrer war von besonderer Bedeutung, bereits in der 7. Klasse mit der Förderung zu beginnen.