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Wegwerfen war gestern — Awo öffnet „Repair-Café“

Wegwerfen war gestern — Awo öffnet „Repair-Café“

Am 3. Mai nehmen die Tüftler in Kapellen ihre Arbeit auf.

Kapellen. Was tun, wenn beim Fahrrad die Gangschaltung streikt oder der Toaster nur noch Kohle produziert? Auf den Müll damit? „Das muss nicht sein. Reparieren ist oft die günstigere Lösung“, sagt Adam Palm vom Vorstand der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Rhein-Kreis. Um ein Zeichen gegen den „Wegwerfwahnsinn“ zu setzen, eröffnen der 57-Jährige und seine Mitstreiter ein „Repair-Café“ im Awo-Pavillon an der Schubertstraße 21b. Das nimmt am 3. Mai seine Arbeit auf und soll jeweils am ersten Donnerstag eines Monats öffnen.

Das Ziel der Aktion: „Wir wollen Vorruheständler gewinnen, damit sie ihre Kenntnisse im ,Repair-Café’ einsetzen können“, sagt Palm. Drei Experten hat er bereits verpflichten können, die sich mit Elektrogeräten, Computern und Holzmöbeln auskennen. „Es wäre schön, wenn noch mehr Leute aus anderen Berufen dazustoßen würden“, sagt Palm.

Die Aufgabe der Tüftler: Sie sollen defekte Dinge nicht nur wieder ganz machen, sondern den jeweiligen Eigentümern auch zeigen, wie das geht. „Jeder, der etwas repariert haben möchte, kann den Experten über die Schultern schauen“, sagt Palm. „Auf diese Weise wird wertvolles Wissen weitergegeben.“ Sollte jemand aber zwei linke Hände haben — kein Problem: „In unserer Begegnungsstätte werden während der ,Repair-Cafe’-Zeiten sowohl Kaffee als auch selbst gebackener Kuchen angeboten. Jeweils von 14 bis 17 Uhr soll im Pavillon repariert werden.

Dieser Service ist für diejenigen, die ihn Anspruch nehmen wollen, fast kostenlos. „Für die Arbeitszeit und die handwerklichen Fähigkeiten unserer Experten wird kein Geld verlangt“, sagt Palm. „Sollten aber Ersatzteile fällig werden, müssen sie erworben werden.“ Vor der Reparatur werde selbstverständlich das jeweilige Gerät oder Objekt gründlich gecheckt, ob sich eine Instandsetzung überhaupt lohnt.

Für die Awo im Rhein-Kreis ist das „Repair Café“ ein Pilotprojekt. „In Kapellen wollen wir testen, ob das Angebot angenommen wird“, sagt Palm. Im Erfolgsfall soll es auch auf die anderen Ortsvereine im Kreis ausgeweitet werden.