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Neuss: Kultur - Kleine Archäologen graben Militärlager aus

Neuss: Kultur - Kleine Archäologen graben Militärlager aus

Das Clemens-Sels-Museum hat ein neues Ausgrabungsmodell für Kinder.

Neuss. Kinder begeben sich im Clemens-Sels-Museum auf die Spuren des Neusser Archäologen Constantin Koenen. Das Museum hat ein Ausgrabungsmodell anfertigen lassen, in dem Kinder zwischen sechs und zehn Jahren ein römisches Militärlager ausgraben können, wie Koenen es in Wirklichkeit mit dem Novaesium getan hat.

"Viele Kinder fragen bei Führungen, woher wir die Dinge haben. Mit dem Modell sollen sie den Weg zum ausgestellten Stück verstehen", erklärt Archäologe Carl Pause.

Das Modell, das seit etwa zwei Wochen in Neuss im Einsatz ist, hat die Archäologin Karin Striewe selbst entworfen. Sie wolle den Kinder damit einen besseren Eindruck von der Arbeit eines Archäologen vermitteln. "Es geht uns darum, dass die Kinder erkennen, wie die Dinge zusammenhängen. Dass sie nicht nur einzelne Fundstücke sehen, sondern das große Ganze", sagt Striewe.

Das Modell besteht aus vier Teilen, die jeweils von vier Kindern bearbeitet werden können. Es stellt ein Kastell im Maßstab 1:50 dar, was dem Playmobilmaßstab entspricht. "Playmobilfiguren beleben die Szenerie, erst zeigen wir Ausgräberfiguren und wenn das Fundament freigelegt ist, römische Soldaten", sagt Pause.

Mit Stuckateureisen und Pinseln ausgestattet, finden die Kinder unter einem Granulat Mauern und Befestigungsgräben sowie Original- Scherben und gezeichnete Pferdeskelette oder Waffen. "Die Kinder freuen sich, wenn sie beim Ausgraben etwas finden und meist erkennen sie auch die Grundrisse", sagt Striewe, die schon mit Kindern an dem Modell gearbeitet hat.

Mit den Scherben laufen die Kinder dann durchs Museum, um festzustellen, worum es sich bei den Fundstücken handelt. "Sie entdecken die Spuren eines römischen Militärlagers und konstruieren es unter Anleitung nach, bis sie festgestellt haben, aus welcher Zeit es stammt", sagt Striewe.

Damit sich ein ganzes Bild ergibt, werden die vier Modellteile zusammengeschoben. "So arbeiten die Archäologen auch, wir können immer nur einen Teil ausgraben, nie alles auf einmal", sagt Striewe.