Neue Fahrtrichtung in der Kritik

Der Werbering ist gegen die neue Einbahnregelung auf der Bahnstraße. Er will, dass der Verkehr andersherum fließt.

Neue Fahrtrichtung in der Kritik
Foto: Anja Tinter

Grevenbroich. Der Umbau der Bahnstraße als Teil des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) hat noch nicht richtig begonnen, da gibt es auch schon Ärger. Der Grevenbroicher Werbering kritisiert die Einbahnstraßen-Regelung, die die Stadt ab Montag von der Karl-Oberbach-Straße in Richtung Ostwall einrichten will. Die Händler fordern einen Verkehrsfluss in entgegengesetzter Richtung.

Zudem distanziert sich Vorsitzender Heiner Schnorrenberg energisch von einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. Darin hatte die Stadt mitgeteilt, dass die gewählte Verkehrsregelung ausdrücklich von ihm begrüßt werde. „Das ist falsch“, sagt Schnorrenberg. „Ich wurde von der Stadt in Kenntnis gesetzt, dass die Lösung, für die sie sich entschieden hat, alternativlos sei. Und ich habe diese Lösung bedauert“, betont der Werbering-Chef.

Klar ist seit Langem, dass während des mehrmonatigen Umbaus der „kleinen“ Bahnstraße zwischen Fußgängerzone und Ostwall der Verkehr nicht in beiden Richtungen fließen kann. Zunächst war im Rathaus vorgesehen, dass die Autos weiter vom Ostwall stadteinwärts rollen können — dies ist auch ein Wunsch von Geschäftsleuten. „Diese Richtung würde den Verkehr zum Handel führen und die Geschäfte in der Innenstadt weniger belasten“, argumentiert der Werbering.

Vor Kurzem habe die Stadt dann informiert, „dass die gewünschte Regelung nur schwer umsetzbar sei, weil Lkw und Autos auf der Karl-Oberbach-Straße vor der Baustellenabsperrung wenden müssten“, berichtet Schnorreberg. Zu der nun gewählten Einbahn-Regelung in Richtung Ostwall gebe es laut Stadt keine Alternative. In ihrer aktuellen Mitteilung wird die geänderte Planung mit „verkehrstechnischen Problemen“ begründet.

Der Werbering-Chef sieht dadurch aber erhebliche Nachteile: „Innenstadt-Kunden, die aus nördlicher oder westlicher Richtung kommen, müssen erst einen großen Bogen über den Ostwall machen und dann von der anderen Seite der City in die Karl-Oberbach-Straße fahren, um Geschäfte, Coens-Galerie und die Parkplätze an der Straße zu erreichen“, schildert Schnorrenberg.

Was den Werbering ebenfalls verärgert: „Uns wurde erklärt, dass die Einbahn-Regelung auf der Bahnstraße von Anfang Mai bis August gelten solle. Nun wird sie bereits vier, fünf Wochen früher — schon während der Verlegung der Versorgungsleitungen — eingeführt. Viele Geschäfte sind also noch länger schwerer zu erreichen“, beklagt Schnorrenberg. „Die Kommunikation ist in diesem Punkt ganz, ganz schlecht.“ Der Werbering lehnt die Maßnahmen ab — und verweist auf bereits vorhandene Beeinträchtigungen: Die Sanierung der L 142 in Langwaden schneide „seit vielen Monaten wichtige Ortsteile verkehrtechnisch von der Innenstadt ab. Das braucht keine Fortsetzung in der City“.

Der Werbering betont: „Ein Baustellenchaos muss vermieden werden.“ Er fordert eine Einbahn-Regelung nur „in Hinführung zur City“ und „ein verlässliches Timing“. Zudem sei „eine aktive Informationsarbeit für die betroffenen Anliegergeschäfte“ erforderlich.

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