„Aufforderung, mich weiter ins Zeug zu legen“

„Aufforderung, mich weiter ins Zeug zu legen“

Carolus-Gesellschaft würdigt den Einsatz von Franjo Rademacher mit dem Ehrenbecher.

Kaarst. Hans-Peter Grabowski, Vorsitzender der Brauchtumsgesellschaft Carolus Kaarst, greift in seiner Laudatio eine Anekdote von Ursula Rademacher auf. An diesem Abend geht es um ihren Mann Franz Josef "Franjo" Rademacher. Dass der Altersunterschied während eines Holland-Urlaubs vor fast 40 Jahren für die damals 18-Jährige kein Hindernis dargestellt habe, war jedoch nicht der Hauptgrund, warum sich die Gäste im Park Inn Hotel am Sonntagabend ein Staunen nicht verkneifen konnten. Vielmehr waren es die zahlreichen Leistungen von Franjo Rademacher, die Hans-Peter Grabowski im großen Saal würdigte.

Wegen seines Engagements für das Gemeinwohl der Stadt Kaarst erhielt Franjo Rademacher (67) den 27. Carolus-Ehrenbecher der Gesellschaft. Mehr als 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Kultur feierten den Holzbüttger.

Der stellvertretende Vorsitzende der Carolus-Gesellschaft, Günter Mark, sowie Schatzmeister Volker Zachel zollten ihm Anerkennung für seine Tätigkeiten als Mitglied im Kirchenvorstand, im Förderverein Holzbüttgen sowie als Vorstandsvorsitzender des CDU-Ortsverbands in Büttgen. "Dahinter steckt nicht nur harte Arbeit, Willenskraft und ein weiches Herz, sondern auch eine gehörige Portion positives Denken", lobte Hans-Peter Grabowski. So habe Rademacher unter anderem mit dem Förderverein sofortige Hilfe und Begleitung für einen schwerkranken Büttger bis zur letzten Stunde organisiert. Auch die Gründung der Initiative "Keiner lebt für sich allein" zeige sein großes Herz.

Rademachers Einsatz beschränke sich jedoch nicht nur auf Kaarst. Als seine Mutter früher ausländische Studenten zwischenzeitlich bei sich aufgenommen habe, sei er mit fremden Kulturen schnell in Berührung gekommen. Da sei es nicht verwunderlich, dass der gebürtige Westfale die soziale Linie auch weltweit verfolge: Er unterstützte internationale Projekte und helfe, Spenden zu beschaffen, so Grabowski.

Rademacher bedankte sich für die warmherzige Laudatio: "Es ist schön, für das geehrt zu werden, was einem einfach nur Spaß und Freude macht. Für mich ist es eine Aufforderung, mich weiterhin ins Zeug zu legen", sagte Rademacher. Bei so viel Anerkennung fühle er sich jedoch erschlagen: "Gegen Kritik kann man sich wehren, Lob muss man aushalten", gestand er. Der Ehrenbecher sollte jedoch nicht die einzige Auszeichnung an diesem Abend bleiben. Zusätzlich erhielt Rademacher eine Urkunde als Ehrenmitglied der Gesellschaft. Sein Dank galt auch den Mitstreitern: der Caritas, dem Förderverein, der CDU, der Kirchengemeinde und den Schützen.

Auch bei den Kaarster Scheibenschützen ist Franjo Rademacher beliebtes Mitglied. "Ich finde es bewundernswert, wie viel Zeit er für seine diversen Ehrenämter aufbringt", erklärte Claus Schiffer, Präsident der Schützenbruderschaft. Als Ehrenbecher-Träger vor vier Jahren wird er ebenso wie sein Nachfolger in diesem Jahr wissen, wie wertvoll uneigennützige Hilfe ist.