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Gehaltsverzicht statt Burnout

Gehaltsverzicht statt Burnout

Die Wirtschaftsförderung des Rhein-Kreises Neuss veröffentlicht das diesjährige Wirtschaftsbarometer.

Rhein-Kreis-Neuss. Das allgemeine Geschäftsklima im Kreis ist gut. So sehen es jedenfalls die 500 befragten Unternehmer, die im Auftrag der Wirtschaftsförderung des Rhein-Kreises Neuss, der Sparkasse und der Neusser Creditreform befragt wurden.

60 Prozent der Betriebe sind trotz rückläufiger Auftragseingänge zu Investitionen bereit, fast ebenso viele würden den Rhein-Kreis Neuss weiterempfehlen. Allerdings erfordere das Dienstleistungsangebot der Kreiswirtschaftsförderung einige Verbesserungen, hieß es. Der Fachkräftemangel hat sich nach überwiegender Ansicht der Befragten zurückentwickelt.

Intensiv beleuchtet das Wirtschaftsbarometer die volkswirtschaftliche Bedeutung des Burnout-Syndroms. Das Institut für Betriebliche Gesundheitsforschung (BGF) stellte den Unternehmern die Frage, was präventiv, etwa durch ein innerbetriebliches Gesundheitsmanagement, dagegen unternommen werde.

Denn die Forschungsergebnisse seien alarmierend, wie Julia Schröder vom BGF-Institut erklärt: „Der Krankenstand zeigt einen dramatischen Anstieg von psychischen Erkrankungen. Vor allem Ballungsräume, zu denen der Rhein-Kreis Neuss zählt, sind vermehrt betroffen.“

Jedes sechste Unternehmen im Kreisgebiet hatte bereits mit dem Problem Burnout zu tun, in 13 Prozent der Unternehmen hat der Krankenstand dadurch zugenommen. 22 Prozent der Unternehmen haben Gegenmaßnahmen ergriffen, und etwa ein Viertel aller Unternehmen ist an weiteren Informationen zu diesem Thema interessiert. Häufig seien besonders erfolgreiche Unternehmen betroffen.

„Der Druck und die Anforderungen eines jeden Beschäftigten nehmen ständig zu. 88 Prozent aller Deutschen kennen keinen geregelten Feierabend mehr, und zwei Drittel aller Beschäftigten halten ihr Arbeitspensum für zu hoch“, erklärte der Vertreter des Landrates, Jürgen Steinmetz. So stelle sich die Frage, was der Unternehmer für seine Mitarbeiter tun könne, um sie vor Burnout zu bewahren.

Diplom-Psychologe Klaus Rempe beschäftigt sich seit vielen Jahren mit diesem Thema. „70 Prozent aller Deutschen haben heute schon Angst, ein Burnout zu bekommen, unsere Jugend hat darauf bereits reagiert. Viele Jugendliche wollen lieber weniger Gehalt als einen Hammer-Burnout.“ Wichtig sei, dass eine Firmenführung Sensibilität für die Mitarbeiter entwickele. Arbeitnehmer müssten aber auch auf sich selbst achten, so Rempe.

Um mehr Informationen zu diesem Gesundheitsthema zu geben, veranstaltet die Kreiswirtschaftsförderung am Dienstag, 30. Oktober, eine Informationsveranstaltung im Forum der Sparkasse Neuss unter dem Titel: „Erfolg? Ja bitte. Burnout? Nein danke!“ Klaus Rempe wird dort einen umfassenden Vortag halten.