Wirtschaft: Bayer legt Grundstein für neues Forschungszentrum

Wirtschaft: Bayer legt Grundstein für neues Forschungszentrum

Das Unternehmen investiert fünf Millionen Euro.

Dormagen. Es tut sich was im Chempark: Erst am Freitag gab Walter Leidinger die Neuansiedlung des finnischen Unternehmens Kemira bekannt (WZ berichtete). Am Mittwoch schon wurde der Grundstein für eine weitere Fünf-Millionen-Investition gelegt. Bayer Material Science (BMS) baut ein neues Forschungszentrum und bündelt die weltweite Verfahrensforschung für Isocyanate in Dormagen.

„Damit wollen wir den Standort stärken und unsere Vorherrschaft in diesem Bereich weiter ausbauen“, erklärt Peter Vanacker, Leiter der Business Unit Polyurethane bei BMS. Polyurethane finden als Weichschäume vor allem in Matratzen und Autositzen Verwendung. Mit eben jenem Stoff, aus dem die Schäume sind, macht BMS die Hälfte seines Gesamtumsatzes.

Die Labore des zukünftigen Hydriertechnikums sollen eine wichtige Rolle dabei spielen, die Marktführerschaft zu erhalten: Dort arbeiten zukünftig 17 Mitarbeiter daran, die technischen Abläufe bei der Produktion der Isocyanate MDI und TDI — beides Vorprodukte für die Herstellung von Polyurethan-Schäumen — zu optimieren. „Die Arbeitsgruppen bestehen bereits, jedoch an unterschiedlichen Standorten“, erläutert Thorsten Dreier, Abteilungsleiter der Verfahrensforschung in der Isocyanat-Produktion. „Sie zukünftig zentriert in einem Gebäude zu haben, ist für uns ein großer Vorteil. Wir können dann unsere Abläufe zügiger koordinieren.“ So wird das Anilinlabor aus Uerdingen nach Dormagen verlegt.

Auch die TDI- und TDA-Verfahrensforschung ziehen mit ins Technikum ein. Das zweistöckige Gebäude entsteht im Chempark in unmittelbarer Nachbarschaft zum Standort der geplanten TDI-Anlage. Das Genehmigungsverfahren für das 150-Millionen-Euro-Projekt läuft derzeit bei der Bezirksregierung Köln, als Produktionsstart ist 2014 angepeilt. Bereits seit 1964 wird in Dormagen Toluylen-Diisocyanat, kurz TDI, produziert. Die neue Anlage soll mit verbesserten Technologien den Energieverbrauch der Produktion um bis zu 60 Prozent senken und die heutigen TDI-Betriebe in Dormagen und Brunsbüttel ersetzen.

Klaus Jaeger, Leiter des BMS-Standortverbundes NRW, bezeichnet die rund fünf Millionen Euro, die das Technikum kosten wird, als lohnende Investition in die Zukunft: „Dieses Laborgebäude mit seinen unkomplizierten Wegen ist eines der besten Beispiele dafür, wie intensiv Flexibilität und Effizienz bei uns in der Praxis gelebt werden.“

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