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Japanisches Flair im Zonser Kreismuseum

Japanisches Flair im Zonser Kreismuseum

Besucher können sich im ersten Halbjahr auf Samurai-Gewänder, den neuen Schlosspark und ungewöhnliche Eier freuen. Die Sparkasse Neuss und der Förderverein des Museums machten den Ankauf der Katagami-Sammlung möglich.

Dormagen. Aus Handwerk kann schnell Kunst werden. Um 1900 entdeckten europäische Künstler den ästhetischen Wert von japanischen Färbeschablonen zur Gestaltung von Kimonos für sich. Die so genannten Katagamis stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung, die am 8. Mai im Museum Zons eröffnet. Der Titel: Wahlverwandtschaften um 1900.

„Wir werden eine japanische Seite unter anderem mit Samurai-Gewändern zeigen und den Jugendstil-Objekten gegenüberstellen“, erklärt Museumsleiterin Angelika Riemann. So sollen die Korrespondenzen der damaligen Zeit von Ost nach West sichtbar werden.

Die Sparkasse Neuss und der Förderverein des Museums machten den Ankauf der Katagami-Sammlung möglich. Ergänzt werden die Werke durch japanische Leihgaben, während die Jugendstil-Beiträge von Museen und Sammlern stammen, die ihre Objekte erstmals zeigen.

Bis sich japanisches Flair im Zonser Museum verbreitet, läuft noch die aktuelle Ausstellung „Mit Pistole und Schablone“, die am 25. April endet. Auch bei dieser Werkschau trifft Kunst auf Handwerk. Jugendstilkünstler schufen ab 1925 mit einer Sprühtechnik neuartiges Keramikdekor.

Das sorgte damals in manchen Kreisen für gerümpfte Nasen und für reges Interesse bei den Besuchern. Riemann: „Ich hatte nicht erwartet, dass die Ausstellung so gut beim Publikum ankommt.“

Der internationale Museumstag wird in Zons ein ganz neues Kapitel einleiten. Am 15. Mai soll die umgebaute Parkanlage öffnen und zum Flanieren einladen. Japanische Elemente werden sich dann auch in der Pflanzenwelt wiederfinden. Im Garten können die Besucher die Dauerausstellung Jugendstilzinn begutachten. Für Kinder soll es am Museumstag Origami- und Manga-Aktionen geben, abends ein Taiko-Konzert der Gruppe Tentekko. Alles bei freiem Eintritt.

Angelika Riemann ist von den Veränderungen des Schlossparks, die sich nach und nach zeigen, begeistert — nicht aber von der Diskussion um einen Eintrittspreis für den Park.

Aktuell wird über einen Kompromissvorschlag abgestimmt, der unter anderem vorsieht, dass der Parkeintritt die meiste Zeit kostenlos bleibt, dafür aber die Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen Ausgleichszahlungen an den Kreis leistet. Riemann kommentiert: „Ich möchte in diese angeheizte Diskussion nicht eingreifen.“