Projekt : Aktion soll Willich aufblühen lassen

Die Willicher Werbeagentur CGW möchte mit Bürgermeister Josef Heyes als Schirmherr das Projekt „Willich blüht“ realisieren.

„Die Akzeptanz meiner Idee war enorm. Es gab keine kritischen Stimmen, vielmehr hat sich eine Aufbruchstimmung breitgemacht. 22 Unternehmen sind dabei, und wir hoffen, dass wir noch viel mehr gewinnen können“, sagt Christina Guth nach der Auftaktveranstaltung von „Willich blüht“. Die 62-jährige Geschäftsführerin der Werbeagentur CGW möchte ein ungewöhnliches Vorhaben in die Tat umsetzen: Sie will Willich zum Blühen bringen und bunter machen, um damit einen Beitrag für eine gesündere Umwelt und ein besseres Klima zu leisten.

Gerade in den Industriegebieten gebe es unbebaute Flächen, die dafür hervorragend genutzt werden könnten. Daher waren bei der Auftaktveranstaltung neben städtischer Verwaltung und Politik die Unternehmer angesprochen. 22 kamen. Sie alle wollen nun aktiv werden. Guth ist vor zweieinhalb Jahren mit ihrer Agentur vom Forstwald nach Willich gezogen. Die seit 35 Jahren bestehende klassische Kommunikationsagentur mit einem 27-köpfigen Mitarbeiterstamm engagiert sich seit Jahren ökologisch und sozial. „Ich bin Schwabe. Schwaben sind sparsam und damit per se umweltfreundlich“, bemerkt Guth mit einem Lächeln.

Bei einem der jährlichen Mitarbeiter-Treffen kam die Frage auf, ob man auf dem eigenen, rund zwei Hektar großen Rasengrundstück eine Blumenwiese anlegen könnte.

Ein Vorschlag, der bei Guth den Gedanken auslöste, auch die Nachbarn für eine Blumenwiese zu begeistern. Das ließ den Wunsch in der 62-Jährigen reifen, noch mehr zu tun. In ihrem Kopf entstand die Idee zu „Willich blüht“. Sie ging auf Willichs Bürgermeister Josef Heyes zu, in dem sie einen Befürworter fand. Über die Wirtschaftsförderung der Stadt wurden Unternehmen angeschrieben und über die Auftaktveranstaltung informiert, bei der Guth „Willich blüht“ und ihre Visionen dazu vorstellte.

Sie hat bislang einen Flyer entwickelt, eine Internetseite auf die Beine gestellt und Holzschilder bauen lassen, die mit dem Logo von „Willich blüht“ werben. „Blumenwiesen sehen, wenn sie verblüht sind, nicht mehr so schön aus. Sie müssen aber stehengelassen werden, damit sie aussamen können. Wenn auf solchen Flächen dann ein Schild steht, das auf ,Willich blüht’ hinweist, wissen die Bürger, um was für eine Fläche es sich handelt. Das findet Akzeptanz, erinnert an die Aktion und motiviert vielleicht auch, aktiv zu werden. Denn auch im privaten Umfeld kann viel getan werden“, sagt Guth.

Die Kosten für das Paket fließen
zum Teil in einen Spartopf

Sie hat indes ein Unterstützerpaket für Unternehmen geschnürt, das mit 400 Euro zu Buche schlägt. Sie deckt dadurch die eigenen Kosten ab, die bislang als Vorfinanzierung eingebracht wurden, und füttert gleichzeitig einen Spartopf für „Willich blüht“.

Das Geld soll wieder dem Umweltschutz zugutekommen. „Mit dem angesparten Geld könnten zum Beispiel Aktionen an Kitas, Schulen und Seniorenheimen umgesetzt werden. Es gibt so viele Möglichkeiten“, sagt Guth. Sie kann sich auch vorstellen, dass, wenn das Projekt gut angenommen wird, ein Verein gegründet wird oder „Willich blüht“ in eine bereits bestehende Organisation einfließt.

 „Jeder kann ein Stück Verantwortung übernehmen“, betont Guth. Ob Unternehmen nun eine Blumenwiese, eine Streuobstwiese oder ein Biotop auf ihren eigenen Flächen anlegen, obliege den jeweiligen Firmen. Wichtig sei nur, dass etwas getan wird. Willich könnte eine Vorreiterrolle übernehmen. „In Gemeinschaft kann man viel erreichen“, sagt Arno Schilling von Jongen Werkzeugtechnik. Das Unternehmen ist schon im vergangenen Jahr mit einer Blühwiese gestartet und möchte gern noch mehr machen.

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