Planspiel im Karo 11 in Willich: Schüler lernen Arbeitsalltag kennen

Planspiel : Schüler werden „fit für den Arbeitsalltag“

Bei einem Planspiel konnten Schüler in verschiedene Berufe hineinschnuppern.

Das „Guten Morgen“ kommt noch etwas zögerlich über die Lippen, der Blick ist unsicher. Es ist Lizi anzusehen, dass die Situation die 14-jährige Gesamtschülerin im ersten Moment überfordert. Das ändert sich aber schnell, als Simone Benen-Heyer mit einem freundlichen Morgengruß antwortet, Lizi die Hand schüttelt und sie bittet, Platz zu nehmen. Das Gespräch über den Praktikumsplatz im Fotostudio nimmt seinen Lauf. Lizi taut auf, und als sie ihren Arbeitsauftrag im Rahmen des Praktikums von Anne-Katrin Scheffer erhält, ist der Schülerin der Spaß an der Aufgabe mit den Kameras anzusehen.

Allerdings handelt es sich nicht um einen wirklichen Praktikumsplatz, sondern um das Planspiel „Fit für den Arbeitsalltag“. Die Jugendfreizeiteinrichtung Karo 11 hat sich in einen Ort mit zehn Werkstätten verwandelt, in denen die Schüler sich im beruflichen Leben ausprobieren können. Verschiedene Unternehmen und Helfer, die einen Ausbildungsbetrieb simulieren, sind vor Ort – wie Benen-Heyer, Leiterin der Jugendfreizeiteinrichtung Titanic, und ihre ehrenamtliche Helferin Scheffer.

Zum vierten Mal bietet der Fachbereich Kirchliche Jugendarbeit der Region Kempen-Viersen/Krefeld in Kooperation mit den offenen Jugendeinrichtungen Titanic und Karo 11 das Planspiel an. „Es ist ganz oft so, dass Jugendliche wirklich Angst haben, wenn sie sich zum ersten Mal irgendwo vorstellen sollen. Wir trainieren diese Situation. Zudem können die Jugendlichen in Berufe hineinschnuppern“, informiert Natalie Piepenbring, Leiterin des Karo 11. Knapp 60 Acht- und Neuntklässler der Robert-Schuman-Europaschule und der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule sind im Karo 11 unterwegs.

Schüler stuften sich selbst
meist deutlich schlechter ein

Einmal selbst mauern, am Friseurkopf einen Ansatz nachfärben, im Fotostudio Produkte ablichten, am Schneidplotter Aufkleber mit dem Logo der Titanic herstellen, soziale Arbeit kennenlernen oder beim Catering für die Verpflegung sorgen – überall wird gearbeitet. „Das nimmt einem wirklich Unsicherheiten. Es ist klasse, wenn man solche Bewerbungsgespräche so trainieren kann“, sagt Charlene. Überrascht waren die Schüler indes bei den Bewertungen. Sie selbst hatten sich in den meisten Fällen deutlich schlechter eingestuft, als die Mitarbeiter der
Firmen. tre