St. Töniser wollen die Stolpersteine

St. Töniser wollen die Stolpersteine

Umfrage: Über 80 Prozent unterstützen die Initiative von Walter Schöler.

St. Tönis. Ganz klare Kante: Die Stolpersteine auf der Hochstraße in St. Tönis sollen verlegt werden. Die Westdeutsche Zeitung hatte zu dieser Aktion, die an die Familien Kaufmann und Falk erinnern soll, eine Online-Befragung gestartet. Und deren Ergebnis ist eindeutig: 82 Prozent stimmten mit Ja ab, nur 18 Prozent glaubten, dass es bereits genügend Gedenkstätten am Ort gibt. 530 Stimmen wurden abgegeben.

Mit-Initiator ist der frühere Bundestagsabgeordnete Walter Schöler. Der die Aktion auch vehement vertritt: „Stolpersteine erinnern ganz individuell an das Schicksal eines einzelnen Menschen, befinden sich an dem Ort, wo einst Heimat und Wohnung vor der Deportation in den Tod oder Flucht vor der Verfolgung waren“, schreibt er in einem Online-Kommentar.

Schöler reagierte damit auf die Bedenken des Kempeners Armin Bittner. Der hatte darauf hingewiesen, dass die Stolpersteine eine „gute Idee“ seien, sich aber dennoch kritisch geäußert: „Was man aber bemängeln muss, auf Kosten der geschundenen Menschen, die im Dritten Reich umgekommen sind, werden immer und immer wieder Geschäfte gemacht.“

Darauf hatte Walter Schöler harsch reagiert: „Im Zusammenhang mit dem Kunstprojekt von Gunter Demnig von „Vermarktung“ und „Geschäftemacherei“ zu reden, heißt, zu dem Thema keinerlei Sachkenntnis zu besitzen.“ Der Ex-Bundestags-Abgeordnete hatte stets betont, er werde in diesem Zusammenhang „jede Kritik aushalten“. kor