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Mehr Unfälle mit Schwerverletzten und Toten 2019 im Kreis Viersen

Kreis Viersen. : Mehr Unfälle mit Schwerverletzten und Toten 2019 im Kreis Viersen

Die Zahl der Verkehrstoten im Kreis Viersen ist 2019 im Vergleich zu 2018 gestiegen. In Tönisvorst starben vier Menschen, in Willich zwei.

Bei den Verkehrsunfällen mit Verletzten und Toten ist im Kreis Viersen nach dem Rückgang im Vorjahr wieder eine Steigerung zu verzeichnen. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik der Kreispolizei hervor. So stieg die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten um elf, also rund sechs Prozent. Bei den Verkehrsunfällen mit Getöteten sei ein Anstieg um zwei, also ein Plus von 22 Prozent, festzustellen. Von den Unfällen mit elf Verkehrstoten, die es im Jahr 2019 im Kreis Viersen gegeben hat, ereigneten sich vier im Stadtgebiet Tönisvorst, zwei in der Stadt Willich.

Unfallschwerpunkt am Kreisverkehr in Willich

Zuletzt hatte es im Dezember noch zwei Unfälle mit Todesfolge in Tönisvorst gegeben: Anfang Dezember war ein 72-jähriger Autofahrer aus Süchteln auf der Landstraße Richtung Vorst gegen einen Baum geprallt. Ein 85-jähriger Fußgänger war nach einem Zusammenprall mit einem Radfahrer gestorben. In Willich war im April eine Inlineskaterin (14) von einem Traktor erfasst und tödlich verletzt worden.

Allerdings lag die Anzahl der Leicht- und Schwerverletzten 2019 weiter unter dem Fünfjahresschnitt. Im Gesamten ist die Anzahl aller Verkehrsunfälle 2019 um 168 bzw. fast zwei Prozent gesunken.

Als einen Unfallschwerpunkt hat die Kreispolizei in der Stadt Willich den Kreisverkehr an der St. Töniser/Korschenbroicher/Anrather/Parkstraße ausgemacht. Dort hatte es 2019 15 Unfälle mit drei Schwerverletzten gegeben, davon zwei Radfahrer.

„Angesichts des Leids, das bei tödlichen Unfällen oder auch bei Unfällen mit Schwerstverletzten und deren oft lebenslangen Folgen über die Familien und das soziale Umfeld hereinbricht, sind diese Fälle eben nicht ein Strich in der Statistik, sondern menschliche Tragödien“, kommentiert Landrat Andreas Coenen die Statistik. Diese zu verhindern oder zumindest zu verringern sei im vergangenen Jahr nicht so gelungen wie gewünscht. Dennoch seien auch positive Entwicklungen bei der Bekämpfung der Radfahrunfälle zu sehen.

Rad fahrende Kinder: Zahl der Verletzten über Landesschnitt

Sowohl im Land Nordrhein-Westfalen als auch im Kreis Viersen sank die Anzahl der verunglückten Rad fahrenden Kinder im Vergleich zum Vorjahr. Für Kinder ist die Gefahr im Kreis Viersen mit dem Rad zu verunglücken noch deutlich höher als im Landesschnitt. Die Verunglücktenhäufigkeitszahl, also der Zahl der Unfälle je 100 000 Einwohner, bei Rad fahrenden Kindern liegt bei 125 und damit erheblich über dem Landeswert von 86.

Drei Radfahrer wurden 2019 im Kreis Viersen getötet, 64 Radfahrer schwer, 297 leicht verletzt. Insgesamt ist in der Statistik bei verunglückten Radfahrern eine leichte Abnahme zu verzeichnen. Bei der Verunglücktenhäufigkeitszahl von 123 liegt der Kreis aber weiter über dem Landeswert von 102.

Immer mehr Senioren nutzen ein Pedelec. Von 87 verunglückten Senioren fuhren 25 – und damit rund 29 Prozent – ein Fahrrad mit elektrischem Hilfsmotor. Die Polizei vermutet, dass die Senioren oft das andere Fahrverhalten und die Geschwindigkeit unterschätzen. Bei verunglückten den Rad fahrenden Senioren liegt der Kreis Viersen auf die Einwohnerzahl umgerechnet mit 132 erheblich über dem Landeswert von 86.

„Neben unseren repressiven Maßnahmen und Kontrollen im Straßenverkehr ist die Präventionsarbeit für die Bekämpfung der Verkehrsunfälle fundamental wichtig“, so der Abteilungsleiter Polizei Manfred Krüchten. Die meisten Unfälle würden durch menschliches Fehlverhalten verursacht. Daran arbeite man mit verkehrserzieherischen Maßnahmen sowie mit Kontrollen und Ahndungen der Verstöße. „Wir können an die Rücksicht und Vorsicht appellieren und das Einhalten der Verkehrsregeln einfordern. Verstöße reglementieren wir konsequent, aber unsere Ressourcen sind endlich und ob eine Ahndung tatsächlich zu einer anhaltenden Verhaltensänderung führt, ist manches Mal durchaus fraglich“, so Krüchten. Die Verkehrssicherheitsarbeit sei schwerpunktmäßig auf die Verhinderung von Unfällen mit Radfahrern, besonders Kindern ausgerichtet. Das werde zunächst so bleiben.