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Verkehrsunfallentwicklung 2018 im Kreis Viersen

Verkehrsunfallentwicklung 2018 im Kreis Viersen : Kreisweit: 9405 Unfälle im Jahr 2018

Senioren, die mit ihren Pedelecs bis zu 25 km/h schnell   unterwegs sind, sind im vergangenen Jahr häufiger verunglückt als zuvor.

„Augenblick mal!“ So könnte die Kreispolizei ihre Kampagne nennen, mit der sie in diesem Jahr alle Verkehrsteilnehmer – Fußgänger, Rad-, Pedelec- und Kradfahrer, Auto- und Lkw-Fahrer – dafür sensibilisieren will, mehr Augenkontakt zu anderen aufzunehmen, die auf öffentlichen Straßen unterwegs sind. „Blicke tauschen“ ist ein Appell aus gutem Grund. Polizeichef Manfred Krüchten bei der Pressekonferenz zur Verkehrsunfall-Entwicklung 2018 im Kreis Viersen: „Bei 75 Prozent der Verkehrsunfälle gab es vorher keinen Blickkontakt zwischen den Beteiligten.“ Das zu ändern, wird ein Aufhänger für die polizeiliche Aufarbeitung der gerade  vorgelegten Statistik.

9405 Unfälle in 2018 sind 1383 mehr als in der Statistik für 2014

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Kreisgebiet ist gestiegen, nicht nur im Vergleich zum Vorjahr, sondern sogar auf einen Spitzenwert im Fünf-Jahres-Vergleich. Waren es im Jahr  2014 im Kreisgebiet 8022 Verkehrsunfälle, schlagen 2018 insgesamt 9405 zu Buche. Das ist ein Anstieg zum Vorjahr um 117 (1,91 Prozent).

In Tönisvorst (2018 insgesamt 89 Unfälle,  17 weniger als im Vorjahr/minus 16 Prozent)  und Kempen (125/minus 34/-21,5 Prozent) ging die Anzahl der Unfälle deutlich zurück. In Willich (137, plus 7/+5,3 Prozent) und Grefrath (49, plus 3/+6,5 Prozent) ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr nach oben gegangen.

Die Kreisstadt Viersen ist 2018 in jeder Statistik  im Fünf-Jahres-Vergleich Spitzenreiter in der Unfallstatistik, auch wenn sich die Zahl der Unfälle (256 insgesamt) um 18 reduzierte.

Ein positiver Wert aus der Statistik: Die Wahrscheinlichkeit, im Kreis Viersen im Straßenverkehr zu verunglücken, ist gesunken und liegt, wie auch im Fünf-Jahres-Zeitraum seit 2014 immer unter dem Landesdurchschnitt.

Anzahl der verunglückten Rad- und Pedelec-Fahrer ist gestiegen

Landrat Andreas Coenen und Kreispolizei wollen weiter intensiv daran arbeiten, die Zahl der Unfälle von Radfahrern, insbesondere der mit dem Rad fahrenden Kindern, zu reduzieren. Die Aktion Vorkids wird fortgesetzt. Das betonte Michael Okuhn, Leiter der Direktion Verkehr.

371 Personen sind als Rad- und Pedelecfahrer im vergangenen Jahr verunglückt. Das sind 26 mehr als 2017. 31,4 Prozent aller verunglückten Personen im Straßenverkehr verletzten sich als Radfahrer, 14 Prozent  betrafen Kinder, 28 Prozent Senioren.

Der Blick auf die Altersklassen zeigt, dass die Anstrengungen der Behörde, die Kinder und Jugendlichen für die Gefahren durch gezielte Ansprache und Aktionen zu sensibilisieren, möglicherweise bereits gewirkt hat.

In den beiden Altersgruppen der bis zu 14-Jährigen und der 15- bis 17-Jährigen ist die Zahl der Unfälle zurückgegangen. Auffallend ist, dass die Anzahl der Unfälle, an denen Radfahrer, die älter sind als 65 Jahre, beteiligt sind, deutlich gestiegen ist, von 83 auf 105 Fälle. Der Anstieg ist vor allem den Pedelecfahrern zuzurechnen.   „Es wäre natürlich wünschenswert, wenn die Fahrer Helme anzögen“, sagte Okuhn. Empfehlenswert seien Fahrsicherheitstrainings, bevor man sich zu Touren mit dem bis zu 25 km/h schnellen Pedelec entschließt, deren Fahrverhalten und Geschwindigkeit im Vergleich zu  Rädern ohne Unterstützung möglicherweise unterschätzt wird.

Von einer „sehr erfreulichen Entwicklung“  spricht Okuhn im Zusammenhang mit jungen Fahrern. Die Zahl der Unfälle von 18- bis 24-Jährigen ist rückläufig – von 93 im Jahr 2017 auf 70 im Jahr 2018.

Weniger erfreulich: Die Stadt Tönisvorst taucht in der 2018er Statistik in der Liste der neuen so genannten Unfallhäufungsstellen auf. Zehn  Unfälle sind im Bereich der Kreuzung Willicher Straße/Dammstraße/Benrader Straße passiert. Dabei wurden vier Personen schwer und drei leicht verletzt.   Ein zweiter Unfallschwerpunkt ist  der Bereich Ostring/Mühlenstraße (sechs Unfälle). Die Situationen werden durch den Kreis vor Ort geprüft und analysiert. Die Stadt Willich spielt in dieser Erhebung keine Rolle.  Spitzenreiter in der Unfall-Erfassung  ist in Dülken die Auffahrt von der L29 auf die A 61, Fahrtrichtung Koblenz.