Willich: Kirche meldet Bedenken an

Willich: Kirche meldet Bedenken an

Nur wenige Bürger kamen zur Info-Veranstaltung über die Erweiterung des Hinzen-Hauses am Markt in Willich. Die Denkmalbehörde hat keine Einwendungen gegen die Pläne.

Willich. Die Bürgerinformationsveranstaltung zum Hinzen-Haus in der Kolpingschule verlief völlig unspektakulär — das begann schon damit, dass nur rund ein Dutzend Bürgerinnen und Bürger gekommen waren. Bedenken machte niemand geltend. Paul Lücke, der Vater des Eigentümers des Hinzen-Hauses, Bernt Lücke, ahnte aber, dass da was im Busch ist und hatte Recht mit seiner Vermutung: Er sprach Hermann-Josef Schmitz, den stellvertretenden Vorsitzenden des Kirchengemeindeverbandes, gezielt an. Schmitz verriet keine Einzelheiten, erklärte aber, dass die Kirche bis zum Ende der Offenlage des Bebauungsplans am 11. November fristgerecht Einwendungen vorbringen werde.

„Ich habe mir einen Traum erfüllt, als ich vor drei Jahren das Hinzen-Haus erworben habe“, erklärte Bernt Lücke. Er habe das Gebäude liebevoll restaurieren lassen. Dass die Pächterin gekündigt hat, ist für ihn nachvollziehbar: „Das Haus ist zu klein, um dort wirtschaftlich einen gastronomischen Betrieb zu führen. Das klappt höchstens in der warmen Jahreszeit zusammen mit der Außengastronomie.“

Die Pläne hat Architekt Erik van Gehlen aus Krefeld so angepasst, dass die Untere Denkmalbehörde jetzt keine Einwendungen mehr hat. Der Haupt-Kubus wird acht mal acht Meter groß und 5,30 Meter hoch sein — das Hinzen-Haus hat eine Traufhöhe von 5,30 Meter. Die großzügige Verglasung ist mit der Denkmalbehörde abgestimmt. Sie sorgt dafür, dass die Gäste des Hinzen-Hauses den Platz auch dann lebendig erscheinen lassen, wenn sie nicht draußen, sondern in dem Anbau sitzen. Bernt Lücke verriet, dass sich bereits ein interessierter und kompetenter Gastronom gemeldet habe, der das Hinzen-Haus samt Anbau gerne pachten würde.

Günter Baumeister, der frühere Präsident des Allgemeinen Schützenvereins, erklärte: „Die Stadt Willich kann den Marktplatz nicht allein beleben, sie braucht Investoren — ich sehe das Projekt sehr positiv.“ Die Technische Beigeordnete Martina Stall sprach im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Marktplatzes von einem Dreiklang aus autofreier Zone, Umgestaltung und Gastronomie.

Theo Heyes, der frühere Willicher Wehrleiter, fragte, warum denn eine Brandschutzwand zur Kirche hin erforderlich sei, wo es sich doch allein um die nicht brennbaren Materialien Glas und Stahl handele. Stall begründete dies mit der Unterschreitung der Abstandsfläche.

Wolfgang Dohmgans erfuhr auf Anfrage, dass für die Umgestaltung des Marktplatzes 18 Monate eingeplant werden. „Es gibt einige Unwägbarkeiten, man weiß zum Beispiel nicht, ob man auf archäologische Funde stößt“, erklärte Stall.

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