Kreis Viersen: Arbeitsbelastung bis an die Schmerzgrenze

Kreis Viersen: Arbeitsbelastung bis an die Schmerzgrenze

Beim Roten Kreuz in Tönisvorst werden dringend neue Mitglieder benötigt.

Tönisvorst. Ehrungen und Jahresberichte standen auf der Tagesordnung beim Ortsverein Tönisvorst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Thomas Goßen, Bürgermeister von Tönisvorst und seit einem Jahr Vorsitzender des Ortsvereins, bedankt sich beim zum Teil ebenfalls neuen Vorstand. Mit der 37-jährigen Franziska Seefeld, der stellvertretenden Vorsitzenden, hatte Goßen den Vorstand deutlich verjüngt; mit seinem zweiten Stellvertreter Gerd Beudels einen DRK-Mann ins Boot geholt, der dem Verein seit 40 Jahren abgehört und über viel Erfahrung verfügt.

„Das erste Jahr unserer gemeinsamen Arbeit war geprägt von einem fairen und konstruktiven Miteinander“, resümiert Goßen bei der Jahreshauptversammlung. Aber es gebe noch viel zu tun. „Wir brauchen dringend weitere Mitglieder, die bereit sind, die Aufgaben des DRK mitzutragen.“

Bei den Berichten aus den Gruppen St. Tönis, Vorst und dem Jugendrotkreuz wird deutlich, wovon der Vorsitzende spricht. „Mehr als 4500 Stunden ehrenamtliche Arbeit haben wir im vergangenen Jahr geleistet“, sagt Andre Schwickart. Für machen sei diese hohe Arbeitsbelastung an die Schmerzgrenze gegangen. Die Begleitung von Karnevals- und St. Martinsumzügen, die Bereitschaft bei Stadtfesten, Schulfesten und der Tönisvorster Rocknacht, die Verpflegung von Feuerwehr und Polizei bei Großeinsätzen und natürlich die Blutspende gehören zu den Aufgaben. Auch in der Flüchtlingsbetreuung sind die DRKler aktiv: Notunterkünfte in Turnhallen einrichten, Hygieneschulungen abhalten, Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen — all das übernimmt das DRK.

Obwohl die Mitarbeiter ehrenamtlich tätig sind, fallen Kosten an. So müssen die Fahrzeuge unterhalten und gewartet werden, das neue DRK-Heim an der Jägerstraße in St. Tönis ist renoviert und ausgestattet worden, Materialkosten und Dienstbekleidung kommen hinzu. Schatzmeister Rolf Höfer weist deshalb in seinem Bericht darauf hin, dass der Ortsverein dringend neue Einnahmequellen finden muss, damit die Kasse wieder eine bessere Bilanz aufweist. Auch der Vorsitzende betont, dass die wirtschaftliche Lage ein Aufgabenfeld ist, das der Vorstand im neuen Geschäftsjahr angehen muss.

Erfreulich für den Verein ist die Treue, die viele Mitglieder der Ortsgruppe halten. So zeichnet der DRK-Ortsverein Tönisvorst den langjährigen Feldkoch Heinrich Tillmanns für 40 Jahre Mitgliedschaft aus. Udo Thevessen ist seit 35 Jahren dabei, Andre Schwickart und Udo Scheufens seit 20 Jahren. Tim Backes engagiert sich seit 15 Jahren, Markus Voss seit zehn Jahren, Regina Kaul und Alexander Haug sind seit fünf Jahren aktiv.