Hans Lamers ist tot

Der gebürtige Schiefbahner ist am Donnerstag im Alter von 88 Jahren gestorben. Er war der erste Bürgermeister der Stadt Willich.

Willich. Hans Lamers, ehemaliger Willicher Stadtdirektor und Bürgermeister, lebt nicht mehr. „Ersten Meldungen zufolge ist er am heutigen Donnerstag im Alter von 88 Jahren in Schiefbahn gestorben“, teilte die Stadtverwaltung am Donnerstagnachmittag mit.

In einer ersten Stellungnahme zeigte sich Bürgermeister Josef Heyes tief betroffen vom Tod des „herausragenden Menschen und exquisiten Juristen und Verwaltungsfachmannes“. Seine Verdienste unter anderem um das „Werden der jungen Stadt Willich“, um die Zusammenführung der vier Stadtteile und den Aufbau der „Gesamt-Willicher Stadtverwaltung“ könne man gar nicht hoch genug schätzen, so Willichs Bürgermeister. „In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken natürlich bei seiner Familie.“ Lamers war Witwer und vierfacher Vater.

Am 16. Oktober 1926 wurde er in Schiefbahn geboren. Nach dem Kriegsdienst, aus dem er schwer verwundet zurückkehrte, legte er 1946 das Abitur ab und begann ein Jurastudium an der Universität Köln. Im Laufe seiner juristischen Karriere war er unter anderem in der Kammer zur Wiedergutmachung des NS-Unrechts und beim Oberlandesgericht in Düsseldorf tätig.

Lamers trat Ende 1960 der CDU bei. Umgehend wurde er von der Partei als Spitzenkandidat aufgestellt und im April 1961 zum Bürgermeister von Schiefbahn gewählt. Ein Amt, das er bis zur Kommunalen Neugliederung behielt; von 1965 bis 1969 war er zusätzlich Vorsitzender der Bürgermeisterkonferenz im Kreis Kempen. Nach Gründung der Stadt Willich stellte ihn die CDU als Bürgermeisterkandidaten auf. Nach einem deutlich Wahlsieg der Christdemokraten wurde er im April 1970 zum Bürgermeister gewählt. Da die CDU 1975 ihre absolute Mehrheit verteidigen konnte, war seine Wiederwahl im Mai 1975 reine Formsache. Seine juristische Karriere endete mit der Wahl zum hauptamtlichen Stadtdirektor der Stadt Willich im Januar 1979. Aus Altersgründen verzichtete er auf eine weitere Amtszeit und wurde im Juni 1991 offiziell verabschiedet. Red

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