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Der Willicher Doktorand Manuel Püttmanns referiert über die Feldlerche in der Neersener Umweltstation.

Vortrag in der Umweltstation : Die Feldlerche ist sein Fachgebiet

Der Willicher Manuel Püttmanns schreibt seine Doktorarbeit über den Vogel des Jahres und hält einen Vortrag zur bedrohten Art.

Auf informative anderthalb Stunden können sich Besucher am 10. Februar von 14 bis 15.30 Uhr in der Eva-Lorenz-Umweltstation im Neersener Schlosspark freuen. Dort geht es in Sachen Erwachsenenbildung weiter. Das im vergangenen Jahr angestoßene Projekt vom Nabu-Ortsverein Willich und der VHS im Bereich Natur und Ökologie stieß auf großes Interesses und startet aktuell mit neuen Themen.

„Feldlerche im Sinkflug“ heißt es bei der ersten Veranstaltung in diesem Jahr. Wobei der Referent nicht nur ein absoluter Fachmann, sondern auch jemand ist, der eine ganz besondere Bindung zu Willich und der dortigen Nabu-Ortsgruppe hat: Die Rede ist vom Biologen Michael Püttmanns, der schon als Jugendlicher im Nabu Willich aktiv war.

Schon mit 16 Jahren kam Püttmanns zum Nabu Willich

„Ich habe mich schon als Kind für die Natur interessiert. Mein Vater hat mich herangeführt. Mit 16 Jahren habe ich einen Tag der offenen Tür beim Nabu Willich besucht, und da hat es mich ganz gepackt“, erzählt Püttmanns. Er stieg direkt beim Steinkauz-Projekt von Harry Abrahams ein. Mit dem Thema „Steinkauz in Willich“ errang er den Umweltpreis der Stadt Willich. Gemeinsam mit Jack Sandrock warb er zudem schon als Jugendlicher bei den Willicher Landwirten für die Umsetzung von sogenannten Feldlerchenfenstern, um den Vögel Brutraum zu schaffen.

Nach dem Abitur an der Robert-Schuman-Europaschule 2011 war der Weg des Willichers vorgezeichnet. Es ging zum Biologie-Studium nach Münster und danach nach Bonn. Im Februar 2017 gab er seine Masterarbeit ab. Über ein Stipendium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ist er seit April 2017 Doktorand am Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie an der Georg-August-Universität Göttingen. Sein derzeitiger Forschungsschwerpunkt sind die Parameter für den Bruterfolg der eurasischen Feldlerche.

Durch seine Doktorarbeit steckt der Experte voll im Thema

Dieser Fachmann reist nun eigens in seine Heimatstadt, um den angekündigten Feldlerchen-Vortrag zu halten. „Der Nabu Willich hatte die Idee, die Feldlerche vor dem Hintergrund, dass sie Vogel des Jahres ist und dringend Hilfe benötigt, vorzustellen, und hat mich angesprochen, ob ich einen Vortrag halten könnte. Das ist etwas, das ich sehr gern mache“, sagt Püttmanns. Groß vorbereiten muss sich der 26-Jährige nicht. Er steckt aufgrund seiner Doktorarbeit mitten im Thema.

Schon vor 20 Jahren warnten Naturschützer davor, dass der Charaktervogel der Felder immer seltener wird. Bereits 1998 war die Feldlerche daher Vogel des Jahres. Seitdem ist mehr als jede vierte Feldlerche aus dem Brutbestand in Deutschland verschwunden. Gründe sind vor allem in der intensiven Landwirtschaft zu suchen, die den Feldlerchen zunehmend den Lebensraum nimmt. Eine neue, naturverträglichere Landwirtschaftspolitik scheint notwendiger denn je.

Püttmanns wird in seinem Vortrag auch Lösungen nennen, die ohne großen Aufwand umsetzbar sind. Und er wird die Nabu-Aktion „114 Euro für die Feldlerche“ vorstellen.