7000 Badewannen Wasser fürs Grün

Viel Wasser und Arbeit sind notwendig, um Willichs Golfplätze in der Trockenheit grün und bespielbar zu halten.

Willich. Die Dürre hat das Land fest im Griff: Nicht nur Landwirte legen Nachtschichten zur Noternte oder Bewässerung ein, auch im Freizeitbereich hinterlässt die Trockenheit ihre Spuren: „Die Fairways sind durchgebrannt, aber der Spielbetrieb läuft wie gewohnt“, verrät Andrew Buck, Head-Greenkeeper beim Willicher Golfclub Duvenhof. Als Chef der Greenkeeper ist er mit seinem Team für die Instandhaltung und Bewirtschaftung des Golfplatzes zuständig. „Von 21.30 bis 8 Uhr wird ununterbrochen bewässert“, erklärt der gebürtige Brite. Die unterirdische Beregnungsanlage fährt versenkbare Regner aus und tränkt das Spielfeld punktuell. In den Betriebszeiten bewässern zwei Mitarbeiter den Platz per Hand mit Schläuchen. „Zurzeit muss in Kauf genommen werden, dass sich Personen und Schläuche auf dem Spielfeld befinden“, wirbt Buck bei den Mitgliedern um Verständnis.

Sebastian Illbruck, Head-Greenkeeper auf dem Renneshof

Im Golfpark Renneshof beginnt der Arbeitstag für Head-Greenkeeper Sebastian Illbruck und sein Team zurzeit um 5 Uhr. Die Morgenstunden werden benötigt, um das Spielfeld und die umliegende Natur ausreichend versorgen zu können. Um Wasser zu sparen, werde auf die Bewässerung der Fairways verzichtet: „Die Fairways sind braun, da wir nur die Abschläge und Grüns wässern“, erläutert Illbruck. Auch hier wird ein Bewässerungssystem unter der Rasennarbe verwendet: „Alle 30 Meter fährt ein Getriebe-Regner heraus und verteilt das Wasser“, erläutert Illbruck.

Nach Angaben des Experten vom Duvenhof werden bei dieser Platzgröße und aktueller Witterung 1048 Kubikmeter Wasser pro Tag verbraucht. Eine Standard-Badewanne mit 150 Liter Fassungsvermögen könnte damit etwa 7000 Mal gefüllt werden. Bei gewöhnlichem Niederschlag sind etwa 250 Kubikmeter weniger notwendig.

Bei seinem Kollegen vom Renneshof ist die Jahresmenge an Brunnenwasser beschränkt. Daher heißt es haushalten: Der derzeitige Verbrauch schwankt zwischen 100 und 160 Kubikmeter Wasser am Tag (zirka 1000 Badewannen).

Die künstlich angelegten Tümpel und Seen auf den Golfplätzen dienen primär als Wasserhindernisse. Durch eine sinnvolle Anordnung auf dem Platz, fungieren sie auch als Wasserreservoirs für die unterirdischen Beregnungsanlagen. Der spezielle Golfrasen wächst bei der Dürre kaum, weshalb schneiden und mähen wegfällt. Die gewonnene Zeit stecken die Rasenfachleute derzeit nur in die Bewässerung der Sportanlage.

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