Schnitzeljagd mit GPS, Kompass und Köpfchen

Schnitzeljagd mit GPS, Kompass und Köpfchen

Bei der elektronischen Schnitzeljagd müssen Teilnehmer knifflige Aufgaben lösen.

Dülken. Plötzlich wissen Noah Langenhein (12) und sein Freund Robin Schulze (13) nicht mehr weiter. Sie überlegen hin und her.

Der Weg führt durch eine Hauseinfahrt in einen Innenhof bis vor eine Tür. Aber die ist verschlossen. Die Jungen müssen einen anderen Weg nehmen. Eine junge Mutter mit Kind erkennt die Situation mit einem Blick: „Die sind am Geocachen.“

Der Dülkener Noah und Robin, für eine Woche aus Gronau zu Besuch, nehmen am „Abenteuer Geocaching“ teil.

Die moderne Schnitzeljagd per Smartphone mit GPS-Funktion einschließlich Kompass und Internetzugang gehört zu den Kinder- und Jugend-Literatur-Tagen. Die Dülkener Buchautorin Diana Menschig, die das Geocaching in der Innenstadt vorbereitet hat, begleitet Noah und Robin auf ihrer Tour.

Sie beginnt vor dem Dülkener Büchereck an der Moselstraße. Die Jungen haben in der Buchhandlung eine Karte abgeholt. Sie müssen eine Seite mit Informationen aufrufen.

Frage: Wie oft kommt der Buchstabe „e“ in „Dülkener Büchereck“ vor? Aus der Antwort ergeben sich geografische Koordinaten, die in den Kompass des Smartphones eingegeben werden. Dessen Nadel zeigt die Richtung an.

Die Route führt Noah und Robin zu vier markanten Punkten in der Dülkener Altstadt. Der Weg geht über schmale Straßen und durch enge Gassen mit Kopfsteinpflaster. An jeder Station wartet eine Aufgabe auf die beiden.

Da muss eine Frage zum Objekt beantwortet, eine Himmelsrichtung bestimmt werden. Dann geht es um einen berühmten Dülkene. Frage: Wie hieß sein richtiger Name? Den liefert das Internet. Noah und Robin müssen die Buchstaben zählen. Die Zahl ergibt die Koordinaten in Richtung des nächsten Ziels.

So sind Genauigkeit und Ausdauer der Jungen gefragt. „Die Konzentration lässt nach“, stellt Diana Menschig fest, als die beiden nach einer Stunde nicht mehr weiter wissen. Aber auch dieses Problem wird bewältigt. Endlich ist die vierte Station — außerhalb der Fußgängerzone — erreicht.

Wieder sind mehrere Schritte auf dem Smartphone notwendig. Da kommt sogar das Freimaurer-Alphabet ins Spiel. Menschig hilft ein bisschen und räumt ein: „Kinder brauchen Hilfe ihrer Eltern.“

An jeder der vier Stationen hat sich ein Buchstabe ergeben. Daraus bildet sich das Lösungswort des Geocachings. Im Dülkener Büchereck erhalten Noah und Robin eine Belohnung. Bisher sind rund 60 Karten für die Schnitzeljagd abgeholt worden. Die Organisatoren haben die Aktion bis in diese Woche verlängert.

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