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St. Hubert: Vereine auf den Barrikaden

St. Hubert: Vereine auf den Barrikaden

Die St. Huberter Vereine befürchten, dass ihre Sportler wegen der gesperrten Zweifachhalle Beiträge zurückfordern.

St. Hubert. Die Verantwortlichen der Sportvereine schieben Frust. Sie haben Sorge, dass ihre Mitglieder verärgert darauf reagieren, dass sie weiterhin nicht in die Sporthalle dürfen. Die Halle an der Stendener Straße ist seit einem halben Jahr dicht.

"Es werden sicherlich demnächst die ersten Mitglieder kommen und die Beiträge zurückfordern", sagt Claus Bussmann, Vorsitzender des Turnvereins. Die Situation ohne Halle sei "äußerst ärgerlich". Bussmann spricht von einer "unfähigen Firma", die die Stadt ausgewählt habe.

Die WZ hatte am Donnerstag berichtet, dass die Stadt den Vertrag mit der Firma aufgelöst hatte, die eine Zwischendecke einziehen sollte. Die Firma habe laut Stadt trotz mehrfacher Aufforderung nicht fachgerecht gearbeitet. Um welche Firma es sich handelt, wollte die Stadt wegen des laufenden Verfahrens nicht sagen.

Die Stadt hat den Sportvereinen nun mitgeteilt, dass mit einer Wiederaufnahme des Sportbetriebs bis Ende der Osterferien keinesfalls zu rechnen ist. "Für uns bedeutet das, dass über 100 Sportler keine Möglichkeit haben, regulär zu trainieren", sagt Bussmann.

Inzwischen seien die Volleyballer schon auf kommerzielle Beachvolleyballfelder in Neuss ausgewichen. Die Gymnastik- und Turngruppen des TV St.Hubert trainierten notgedrungen in kleinen Hallen von Kindergärten. Bei einigen Jugend-Fußballmannschaften seien ganze Übungseinheiten ausgefallen. "Das ist unseren Sportlern nicht lange zuzumuten", sagt Bussmann.

Matthias Doetsch von der Handball-Abteilung des TuS befürchtet, dass die Halle länger gesperrt ist: "Ich plane meine Gruppen so um, dass wir die Halle bis zu den Sommerferien nicht nutzen."

Ähnlich äußert sich der Vorsitzende des TuS, Wolfgang Högel. "Unsere Sportler weichen inzwischen Dank der Hilfe Kempener Vereine auf ihre Hallen aus. "Doch das geht ja auch nicht immer."

Högel kritisiert, dass die Stadt vor der Auftragsvergabe keine Erkundigungen bei der IHK über die Firma eingeholt hat. "Dann wäre das vielleicht nicht passiert. Es ist doch unfassbar, dass sich eine Firma so verhält und selbst dann nicht reagiert, wenn ein Gutachter sagt, dass die Arbeiten nicht fachgerecht sind."

Als selbstständiger Handwerker weiß Högel, wie die Stadt jetzt verfahren kann: "Die Firma hatte vier Wochen Zeit, die Mängel zu beseitigen. Weil sie das nicht getan hat, konnte sich die Stadt von ihr trennen und darf jetzt eine andere Firma beauftragen."