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Lob für „hochmotivierte Dauerbrenner“

Lob für „hochmotivierte Dauerbrenner“

Im Freilichtmuseum wurden Hobbysportler, die mindestens 45 Mal das Sportabzeichen gemacht haben, geehrt.

Grefrath/Kreis Viersen. „Ich halte mich an die Worte des Arztes Dietrich Grönemeyer, Turnen bis zur Urne“, sagte schmunzelnd der 91-jährige Kaldenkirchener Claus Mertens. Der agile Senior meinte zwar nicht den Turn-Sport, dafür die körperliche und geistige Fitness in der frischen Luft oder im Schwimmbad. Claus Mertens hatte schon 53 Mal das Deutsche Sportabzeichen geschafft. Diejenigen Hobbysportler, die die verschiedensten Disziplinen mindestens 45, 50, 55 oder 60 Mal bewältigt hatten, erhielten gestern von der Vorsitzenden des Kreissportbundes (KSB), Angelika Feller, und von Landrat Andreas Coenen die Nadel mitsamt Ehrenurkunde und Buchpräsent.

Lob für „hochmotivierte Dauerbrenner“
Foto: Kurt Lübke

WZ-Fotograf Kurt Lübke hatte gerade eine Aufnahme der Geehrten gemacht, als Bernhard Hannusch, der sich den weiter entfernteren Parkplatz ausgesucht hatte, im Niederrheinischen Freilichtmuseum eintraf. Er ist quasi schon längst in Willich der „Mister Sportabzeichen“, nimmt noch immer mittwochs, ab 15 Uhr, im Sport- und Freizeitzentrum die leichtathletischen Übungen ab.

Der mittlerweile 79-Jährige vom Willicher Schwimmverein, der fast nebenher im vergangenen Jahr das 60. Abzeichen mühelos geschafft hatte, erinnert sich an die Anfänge: „Als ich 1958 zum Bundesgrenzschutz kam, musste ich ran, machten mir schon damals die sportlichen Wettkämpfe großen Spaß.“ Bernd Hannusch schwamm, spielte viele Jahre Handball und kümmert sich seit 1966 in der Stadt Willich um die Abnahmen. „Damals hatten wir im Jahr rund 100 Absolventen, jetzt sind es nahezu regelmäßig über 1000“, erzählt er.

Im vergangenen Jahr waren es kreisweit 4190 erfolgreiche Teilnehmer, darunter viele Schüler. „Ich habe großen Respekt vor ihnen“, begrüßte Angelika Feller die, wie sie es ausdrückte, „freiwilligen und hochmotivierten Dauerbrenner“. Erstmals hatten sich die Kreisverwaltung und der KSB zu dieser Ehrung zusammen getan. Zumal 2017 auch leitende Angestellte und Dezernenten mitmachten, angeführt von Kreis-Direktor Ingo Schabrich unter anderem Andreas Budde, Katharina Esser und Karl Schippers.

Einer hatte es nicht ganz geschafft, der Landrat selbst. Andreas Coenen erzählte: „Ich bin die 3000 Meter viel zu schnell angegangen und war dann platt.“ Coenen will aber wieder angreifen. Außerdem Kämmerer Thomas Heil, der sich im vergangenen Jahr beim Radfahren einen Schulterbruch zuzog, deswegen im September erneut operiert werden muss.

49 Mal hat mittlerweile auch die Ehefrau von Claus Mertens, Annemarie Mertens, das Abzeichen geschafft. „Schade, dass die ganze Familie nicht mitgemacht hat“, bedauerte sie.

Zu der stolzen Zahl von Hannusch meinte Angelika Feller noch: „Es gibt derzeit in NRW nur 19 Hobbysportler und -sportlerinnen, die diese Zahl erreicht haben.“ „Eine schöne Sache, vor allem, dass auch Gehandicapte das Sportabzeichen machen können“, äußerte der Lobbericher Walter Brandt (71), der selbst gehbehindert ist. Er wird auch weiterhin in seinem Nettetaler Verein „Gesundheits- und Behindertensport“ GBS) entsprechende Trainings- und Abnahmetermine ermöglichen.