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Grefrath: Auf Hufen und Pfoten durch Grefrath

Grefrath : Auf Hufen und Pfoten durch Grefrath

Der Mairitt durchs Dorf war für viele Schaulustige ein Fest — so schöne Motive fürs Fotografieren.

Grefrath. Flurumritte am Niederrhein haben Tradition. Sie standen einst zu Beginn des Erntejahres im bäuerlichen Terminkalender. In Grefrath lebt diese Tradition jedes Jahr wieder auf. Gestern waren rund 30 Kaltblüter und einige Ponys daran beteiligt.

Foto: Reimann

Vom Eisstadion aus ging es einmal durchs Dorf — bewundert werden konnten die Tiere und ihre Reiter später auf einer Wiese neben der Dorenburg. Dort gab es aber noch einiges mehr zu sehen, wie zum Beispiel die Hütehund-Vorführungen.

Ein schöner, entspannter Tag auf dem Land, fast wie aus der Altbier-Reklame: Auf dem Gelände der Dorenburg kamen gestern alle auf ihre Kosten, die Pferde und Hunde mögen das Landleben sowieso.

Es war noch kalt und bewölkt, als rund 30 prächtig geschmückte Pferde am Eisstadion losritten. Ordnung muss sein: Kaum waren die Tiere außer Sichtweite, wurden die „Pferdeäpfel“ aufgesammelt.

In einer der tollen Kutschen für der kommissarische Leiter der Dorenburg, Kevin Gröwig, mit. In einer anderen Kutsche gehörte ein syrisches Ehepaar zu den Passagieren.

„Die Straßen waren von Menschen gesäumt“, freute sich Kevin Gröwig. Als dann die Sonne rauskam, ließen sich auch die Besucher in großer Zahl blicken. Die Erbsensuppe am Stand der Freiwilligen Feuerwehr Grefrath roch verführerisch.

Die Pferdebesitzer standen für Fragen bereit. Viele kommen schon seit Jahren, mehr als eine Haftpflichtversicherung und der Nachweis einer Impfung sind nicht erforderlich. Nicole aus Rheurdt sah in ihrem langen Reitmantel aus wie die Heldin aus einem Western. Mit im Schlepptau war ihr Borderterrier Clara. „Ich bin zum ersten Mal hier und es gefällt mir sehr gut“, sagte die Rheurdterin.

Franziska Raven aus Süchteln kam mit Hengst „Tinker“, der schwarzweiß gescheckt ist und dessen Schweif zum Teil als Zopf gebunden wurde zur Feier des Tages.

Angelina Weinschenk aus St. Tönis hatte schon einen kleinen Schrecken bekommen, als Pony „Melissa“ so richtig Gas gab und der Wagen, in Fachkreisen auch Gig genannt, in bedenkliche Schräglage geriet. Eva Passers aus Boisheim ist eigentlich Springreiterin. Gestern saß sie zum ersten Mal im Sattel eines Kaltblüters und hatte alles bestens im Griff.

Gustav Gentges aus Kempen ist der Besitzer einer der prachtvollen Kutschen, die von zwei schwarzen Friesen gezogen wurde. „Die Kutsche ist eine Replika“, erklärte der Mann mit der Kutscherweste aus Samt. Mit dabei: Peter Coenen. Er hatte sein Pferd zum ersten Mal vor diese Kutsche gespannt und war mit dem Verhalten seines Tieres mehr als zufrieden.

Ursula Schürmanns stellte die Pferde und ihre Besitzer vor. Was viele Besucher überraschte: Das eine oder andere Pferd war betagt, schon über 20 Jahre alt. Die geschmückten Tiere — einige kündigten ihr Kommen schon mit mehreren Glocken an — waren binnen kurzer Zeit hundertfach zu begehrten Fotomotiven geworden.