Wehr wartet auf Ausweichquartier

Bevor die Feuerwehr in Tönisheide ihre neuen Räume an der Hochstraße beziehen kann, kommt sie entweder an Neu- oder Kuhlendahler Straße unter.

Neviges. Mit dem Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses an der Hochstraße sollte auf Tönisheide schon im vergangenen Jahr begonnen werden. „Die Baugenehmigung liegt vor, die Ausschreibung läuft“, kann Carolin Driller vom städtischen Immobilienservice vermelden. Allerdings gibt es immer noch keinen Ausweichstandort für die Dauer der Bauarbeiten. Den rund 30 aktiven Mitgliedern des Löschzuges Tönisheide, die alles stehen und liegen lassen, um zu ihrem Gerätehaus zu rennen, wenn es brennt, stehen drei Fahrzeuge zur Verfügung. Für Tönisheide ist die Feuerwehr vor Ort sehr wichtig. „Wir haben geprüft, ob das Schutzziel 1, nachdem innerhalb von acht Minuten zehn Funktionen besetzt sein müssen, von Velbert-Mitte oder Neviges zu schaffen ist. Das funktioniert nicht“, hatte Feuerwehrchef Markus Lenatz im vergangenen Jahr der Westdeutschen Zeitung erklärt.

Nach Auskunft vom Frank Kapuczinski aus der Feuerwehrverwaltung zeichnen sich zwei konkrete Standorte als Ausweichquartier ab: einer an der Neustraße, ein anderer an der Kuhlendahler Straße. Noch in diesem Monat hat der stellvertretende Wehrleiter Tobias Flentje-Meier weitere Gespräche mit den Eigentümern. Die Übergangslösung wird nicht nur Einsatzfahrzeugen Platz bieten, sondern verfügt über Toiletten, Duschmöglichkeiten und einen Aufenthaltsraum. Wegen der beengten Platzverhältnisse in dem bisherigen Gerätehaus können dort nicht die großen Löschfahrzeuge untergestellt werden.

Trotzdem freuten sich die ehrenamtlichen Brandbekämpfer vor eineinhalb Jahren über einen Neuzugang. Ein Vorführwagen wurde zu einem attraktiven Preis erworben. Das LF 10 passte aufgrund seiner Maße so gerade noch in die alte Halle. Die Ausstattung des zwölf Tonnen schweren Fahrzeuges ist auf dem neuesten Stand. Neben 1600 Litern Wasser sind Geräte zu technischen Hilfeleistung an Bord, zum Beispiel, um eingeklemmte Personen nach einem Verkehrsunfall zu befreien.

Ein älteres LF 16 wurde generalüberholt und wird jetzt wieder im Einsatz genutzt. Dazu kommt ein Kleinbus zum Mannschaftstransport. Nach der Fertigstellung des Neubaues an der Hochstraße steht den Kameraden ein zweckmäßiges Gebäude zur Verfügung, das nicht nur genug Platz bietet, sondern auch alle Anforderungen an den Arbeitsschutz gerecht wird. „Dazu zählen Umkleiden, Wasch- und Aufenthaltsräume mit Küche und Büro“, so die Architektin Carolin Driller. Sie hatte bei der Planung eng mit der Führung der Feuerwehr zusammengearbeitet, außerdem wurde ein Fachbüro konsultiert, das sich speziell mit Feuerwehrbauten beschäftigt. Die bauliche Investition in die Sicherheit der Tönisheider Bürger lässt sich die Stadt Velbert rund eine Million Euro kosten.