Opernstars begeistern die Wülfrather

Wenn Karl-Heinz Nacke und Stephen Harrison rufen, kommen sie alle: Solisten aus aller Welt gestalten das 30. Neujahrskonzert.

Wülfrath. Karl-Heinz Nacke holt die großen Namen in die Stadt. Für das Neujahrskonzert im Paul-Ludowigs-Haus lassen sich jedes Jahr internationale Solisten Platz im Terminkalender. Der Jahreswechsel wird mit Mozart, Verdi und Dvorák gefeiert — und das nun schon zum 30. Mal. „Es fiel mir erst mal schwer zu glauben, dass wir jetzt wirklich schon die 30 voll haben“, sagte Nacke am Samstag beim Jubiläumskonzert, „aber es stimmt. Am 2. Januar 1988 hatten wir das erste Neujahrskonzert überhaupt.“ Initiiert worden war die Veranstaltung vom damaligen Bürgermeister Helmut Kuhnert. Vor allem befreundete Musikerinnen und Musiker traten an dem Abend auf.

Karl-Heinz Nacke, Organisator

In den folgenden Jahrzehnten knüpfte Nacke Kontakte zu Opernhäusern in ganz Deutschland und halb Europa. Viele bekannte Solisten sind seitdem in Wülfrath aufgetreten — „und zu fast allen halte ich auch heute noch Kontakt“, so der musikalische Leiter, der die Konzerte auch stets selbst moderiert. Dieses Mal waren wieder viele bekannte Gesichter dabei: Die Sopranistinnen Anke Krabbe und Morenike Fadayomi etwa, der Bass Sami Luttinen und Tenor Mikhail Agafonov. Letzterer kam, wie schon im vergangenen Jahr, eigens aus Nowosibirsk eingeflogen. Als neue Stimme begeisterte Bariton Bogdan Baciu. Er gab den Renato aus Verdis Ballo in Maschera, Bizets Torero Escamillo und Mozarts Figaro. Als zweiter Neuzugang war die Mezzosopranistin Ramona Zaharia dabei. Stürmischen Beifall gab es für ihre Darbietung der Carmen — ihre Paraderolle. In der nächsten Spielzeit wird sie die Partie in der New Yorker Metropolitan Opera singen.

Ein Anreiz für die Sängerinnen und Sänger, nach Wülfrath zu kommen, sitzt jedes Jahr am Flügel und heißt Stephen Harrison. Er ist seit 2009 Operndirektor der Deutschen Oper am Rhein und veranstaltet auch dort immer wieder Liedermatineen. Zum jetzigen Jubiläumskonzert gab es für ihn eine Premiere im Paul-Ludowigs-Haus: Zur Eröffnung teilte er sich den Flügel mit der Konzertpianistin Rada Pogodaeva. Gemeinsam spielten sie die Ouvertüre aus Figaros Hochzeit. Und noch eine Pianistin durfte im Laufe des Abends an dem lackschwarzen Kawai Platz nehmen. Die 13-jährige Romy Kandera, Teilnehmerin bei „Jugend musiziert“, spielte eine Beethoven-Sonate.

Im Rahmen des Wettbewerbs vergibt die Kreissparkasse den mit 1500 Euro dotierten Förderpreis. Als Sponsor und Partner ist sie auch am Konzert selbst beteiligt. „Ich denke, der Erfolg dieser Veranstaltung zeigt sich in den begeisterten Gesichtern des Publikums“, sagte Direktor Hans Werner Fritze. „Da merkt man, dass Karl-Heinz Nacke als Organisator alles richtig macht.“ Nacke und Harrison sind mit den Gedanken schon beim 31. Neujahrskonzert. Im April soll das Programm stehen.

Sorge bereitet momentan das Tochter-Konzert in Mettmann: Je nachdem, wie es nächstes Jahr um die Neandertalhalle steht, fehlt der Veranstaltungsort. „Sollte das Haus nur schrittweise renoviert werden, könnte man das Konzert ins Foyer verlegen. Ansonsten müssen wir uns nach Alternativen umsehen, einer Kirche zum Beispiel“, so Nacke. Bevor es so weit ist, steht in der Stadthalle aber noch die zehnte Maigala an — organisiert von Harrison und Nacke.