VHS-Leiterin warnt vor geringerem Angebot

Barbara Lorenz-Allendorff sparte im Kulturausschuss nicht mit Kritik am geplanten Umzug.

Wülfrath. Bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kultur, Sport und Freizeit im großen Besprechungsraum der Feuerwache an der Wilhelmstraße wurde deutlich, dass die Vorstellungen der Wülfrather Verwaltung — getragen von der Politik — nicht zum Gefallen von Barbara Lorenz-Allendorff, Leiterin der VHS Mettmann/Wülfrath, ausgefallen sind.

Foto: Fries

Barbara Lorenz-Allendorff, VHS-Leiterin

Während der Verwaltungsvorschlag, das VHS-Gebäude zu räumen und zu verkaufen und drei Räume bei der Bildungsgesellschaft EDB in der ehemaligen Hauptschule an der Schulstraße anzumieten, in Wülfrath als beste Lösung gilt, sparte Barbara Lorenz-Allendorff nicht mit Kritik. „Trotz des Renovierungsstaus ist das vorhandene VHS-Gebäude gut zu nutzen“, so die VHS-Leiterin. Dort stünden sechs Räume zur Verfügung, die auch gebraucht würden, um das Angebot der VHS zu halten. An der Schulstraße vermisst sie die Möglichkeit, einen Werk-, einen EDV-, einen Lager- oder einen Besprechungsraum unterzubringen.

In der ehemaligen Hauptschule können drei Räume, die jeweils 63 Quadratmeter groß sind, angemietet werden. Zwar prüft die Verwaltung derzeit, ob die Räume sinnvoll unterteilt werden können, aber Barbara Lorenz-Allendorff scheint davon alles andere als begeistert. Man dürfe sich keine Illusionen machen. Dieser Umzug werde Einfluss auf das quantitative und inhaltliche Angebot der VHS haben, so ihre Kritik. Vor allem das Angebot, Schulabschlüsse an diesem Standort nachzuholen, sieht die VHS-Leiterin gefährdet. Nachsatz: „Was man sich am Tisch ohne Fachkenntnis ausdenkt ...“

Der SPD-Fraktionsvorsitzende, Manfred Hoffmann, ließ sich wenig davon beeindrucken und sagte, die SPD begrüße es ausdrücklich, aus dem alten VHS-Gebäude herauszugehen. Dafür gab es parteiübergreifend Zustimmung. Kämmerer Rainer Ritsche regte noch Alternativen an, die allerdings nicht dauerhaft zu mieten seien, sonder nur „punktuell zu nutzen“. Man könne zum Beispiel ab und zu die Aula nutzen. Das hatte auch die Ausschussvorsitzende Bettina Molitor (SPD) ins Gespräch gebracht. Einmal pro Woche nutzt die VHS zudem eine Turnhalle.

Rainer Ritsche gab bekannt, dass es nach der Presseberichterstattung bereits erste Kaufinteressenten für das alte VHS-Gebäude an der Wilhelmstraße 189 gibt. Der Beschlussvorlage, das Gebäude zu verlassen, wurde vom Gremium einstimmig zugestimmt. Nur das Umzugsdatum, „möglichst ab dem 1. September“, wurde sowohl von Kämmerer Rainer Ritsche als auch von Barbara Lorenz-Allendorff angezweifelt.